Friedrichroda, Stadt im Landratamtsbezirk Waltershausen im Herzogtum Sachsen-Gotha, 12 km südwestlich von Gotha, am nördl. Abhange des Thüringerwaldes (in 422 m Meereshöhe), in einem nach S. und W. von dichtbewaldeten, bis zu 700 m hohen Bergen, nach O. und N. von freien Höhen umgebenen schönen Thale am Schilfwasser elegen, durch eine Sachsen-Gotha gehörige, in rivatverwaltung befindliche Zweigbahn über Waltershausen nach Fröttstedt mit der Thüringer Eisenbahn verbunden, ist ein freundlicher Ort mit (1880) 3146 CE., welche außer den gewöhnlichen Gewerben und etwas Landwirtschaft namentlich Bleicherei, Wäscherei, Drillichweberei und Spielwarenfabrikation betreiben, und hat einen Gewerbebankverein. F. ist infolge seiner gesunden Lage und reizenden Umgebung ein vielbesuchter klimatischer Kurort mit zwei Badeanstalten, einem Wellenbade und zwölf Hotels; 1883 betrug die Zahl der Kurgäste mit länger als achttägigem Aufenthalt: 5820, die der Passanten mindestens 20000. Südwestlich von der Stadt erhebt sich die Schauenburg, eine 634 m hohe Bergkuppe, auf der die von Ludwig dem Bärtigen, dem Stammvpater der thüringer Landgrafen, erbaute Burg gleichen Namens stand. Von F. aus sind mehrere der schönsten Punkte des Thüringerwaldes (Spießberg, Heuberg, Tanzbuche, Inselsberg u. s. w.) in kurzer Zeit zu erreichen; 1 km nordwestlich von F. liegt das zur Stadtgemeinde F. Val. Rr herzogl. Lustschloß Reinhardsbrunn (s. d.). Vgl. Roth, «F. und seine Umgebung » (2. Aufl., Ohrdruf 1880); G. Wagner, «Berg⸗ und Badestadt Friedrichroda und ihre Umgebungo (4. Aufl., 1883).