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ErdkundeBrockhaus 1882

Friedrichshafen, Stadt im württemb. Donaukreise, im Oberamte Tettnang, am nordöstlichen, reizenden und fruchtbaren Ufer des Bodensees gelegen und an der Linie Bretten-F. der Württembergischen Staatseisenbahn, ist der Hauptspeditions- und Handelsplatz des württemb. Verkehrs mit der Schweiz und Italien und zählt (1880) 3053 meist kath. E., welche lebhaften Dampfschiffahrtsverkehr (Dampftrajekt für Bahnzüge nach Romanshorn), sowie Fischerei auf dem See unterhalten und ergiebigen Feldbau, Obst⸗ und Weinbau, Viehzucht und Maschinenfabrikation betreiben; auch besteht ein bedeutender Fruchtmarkt. F. hat eine Lateinschule, eine Realschule, eine höhere Töchterschule (Paulinerstift), ein Hauptzollamt, eine Handwerkerbank, histor. und naturwissenschaftliche Sammlungen des Bodenseevereins, gut eingerichtete See⸗ und irisch-röm. Bäder, Molkenkuranstalten und ein ele gantes Kurhaus mit Parkanlagen. Das Schloß (das ehemalige Priorat Hofen), aus dessen zwei offenen Galerien man die östl. Schweizeralpen und den See in seiner ganzen Breite überschaut, ist meist die Sommerresidenz der königl. Familie und besitzt Gemälde neuerer württemb. Meister (Pflug, Gegenbaur u. a.). — F. hieß früher (schon 837) Buchhorn, hatte erst eigene Grafen, kam dann an die Grafen von Altorf und Ravensburg und wurde nach deren Aussterben von den Hohenstaufen und wiederum von Rudolf von Habsburg 1275 zur iitberln erhoben, welche unter dem Schutze von Überlingen stand und die Herrschaft Baumgarten mit dem Flecken Erichskirch besaß. Im 14. Jahrh. trat es —* dem Schwäbischen Städtebunde, kam 1803 an ayern, 1810 an Württemberg und erhielt von König Friedrich I. 1811 seinen Hafen und seinen jetzigen Namen. [Frederikshavn.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 354Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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