Friesoythe, Stadt im Großherzogtum Oldenburg, Amt F., 27 km im SW. von der Landeshauptstadt, zwischen Mooren an der hier schiffbar werdenden Soeste, welche von hier an Barsseler Tief heißt, im menschenleersten Teile Oldenburgs, zählt (1880) 1431 kath. E., ist Sitz eines Amtsgerichts und hat ansehnliche Schweine-und Schafzucht (Heidschnucken), sowie starke Torfgräberei. Die Stadt wurde nach dem Brande von 1874 größtenteils neu angelegt und ist schön und regelmäßig gebaut; alle Straßen laufen nschon Im2 vom Marktplatze aus. — F. ist um ein schon um 1238 erwähntes festes Schloß entstanden, von welchem aus die Grafen von Tecklenburg ihre Herrschaft über die benachbarten Friesen des Saterlandes ausdehnten. Im 13. und 14. Jahrh. hatte F. blühenden Verkehr, indem die Friesen Fischwaren, Pferde und Ochsen und adie Fälingery (wie man noch jetzt sagt) Korn, Leinwand, Tuch zu Markte brachten. Bis 1803 gehörte F.zum Unterstift des Bistums Münster.