Fries nennt man in der dekorativen Kunst den Einfassungsstreifen einer Fläche zur Abgrenzung derselben oder zur Vermittelung mit einer Umsäumung (Rand, Kante oder Bordüre). So z. B. sind F. bei Tapeten oder gemalten Wandfeldern die glatten oder verzierten Umrahmungsstreifen derselben; bei Holzfußböden die gewöhnlich aus härterm oder dunklerm Holze bestehenden Rahmenhölzer, welche die aus gewöhnlichen Dielen hergestellten größern Felder einfassen (Friesfußböden): bei Gefäßen, Geräten, Geschützen u. s. w. die mit Rundstäben, Karniesen, Plättchen u. s. w. eingefaßten Verzierungsstreifen. — In der Baukunst ist der F. ein schmaler Flächenstreifen zwischen dem Architrav und darüber befindlichen Kranzgesims der antiken Tempelgebälke und der danach gebildeten modernen Gurt⸗ und Hauptgesimse an Gebäuden, oder zwischen dem Sturz und dem Verdachungsgesims an Thüren und Fenstern. Da der F. der meisten antiken Tempel als Bildträger (Lophorus) zur Aufnahme von Reliefdarstellungen diente, so nennt man oft auch diese letztern selbst so (z. B. Parthenonfries).