Fries (Adrian de), Bildhauer und Erzgießer, geb. um 1560 im Haag, gehört in die Gruppe derjenigen niederländ. Künstler, welche gänzlich in den Stil der Nachfolger Michel Angelos eingedrungen und daher mehr als ital. Meister zu betrachten sind. Frühzeitig scheint er nach Italien, lorenz und Rom, gekommen zu sein, wo er neben rancavilla und andern Nordländern in die Schule des gleichfalls aus den Niederlanden stammenden, aber durchaus italienisch empfindenden Giovanni da Bologna trat. Von Italien aus unterhielt er Beziehungen zu deutschen Fürstenhöfen, so schuf er schon 1569 eine Jakobusfigur für München und war seit 1590 für Kaiser Rudolf II. thätig. Die große Bronzegruppe des Merkur mit der Psyche, welche er für Prag fertigte, kam durch den Schwedenraub und Königin Christine endlich nach Frankreich und befindet sich jetzt im Louvre. In den J. 1596—1600 berief ihn der augsburger Magistrat mit kaiserl. Bewilligung, um die beiden herrlichen Monumentalbrunnen des Hercules und des Merkur daselbst zu vollenden, von denen der erstere den Neptunbrunnen seines Lehrers Giovanni in Bologna zum Vorbilde hat. Von da an blieb der Kuünstler als kaiserl. Hofbildhauer in der Umgebung des kunstsinnigen Regenten, dessen Kunstkabinett am Hradschin er mit zahlreichen Arbeiten, Reliefs, Büsten und Statuetten in Erzguß schmückte, von denen die meisten sich noch in den wiener kaiserl. Sammlungen befinden, z. B. zwei Büsten des Kaisers (1603 und 1607), die Eroberung von Raab, Hercules und der Centaur. Nach Rudolfs Tode (1612) verblieb F. zwar in Prag, war jedoch für den Fürsten Ernst von Lippe-Schaumburg thätig, für dessen Mausoleum in Stadthagen er ein kolossales Epitaphium, Auferstehung Christi, sowie für das Schloß in Bückeburg n Gruppen lieferte. Seit 1621 endlich nahm ihn Wallenstein in seine Dienste, bei welchem Anlaß F. für den damals errichteten prachtvollen Waldsteinschen Palast in Prag kolossale Götterfiguren eines Bassins vollendete, welche ebenfalls 1648 von den Schweden geraubt, nun im Schloßpark von Drottningholm in Schweden aufgestellt sind. Im J. 1627 erlischt jede Nachricht von dem Meister. F. ist ein Modelleur von hoher Formeleganz, vornehm und fein in seinen Gestalten, die oft mit den Arbeiten Giovannis da Bologna verwechselt werden. Man hat von ihm auch Nachbildungen nach Antiken, so den Farnesischen Stier (Museum in Gotha), den Laoloon. Auch als Maler soll er einiges geleistet haben.