Frimont (Joh. Maria, Graf von), Fürst von Antrodocco, österr. General der Kavallerie, geb. 3. Jan. 1759 zu Finstingen in Deutsch-Lothringen, trat 1776 als Husar in das österr. Regiment Wurmser, wohnte dem Bayrischen Erbfolgekriege, dem Türkenkriege und den Kriegen gegen Frankreich bei, zeichnete sich namentlich bei Mannheim 18. Okt. 1795 hervorragend aus und stieg zum Obersten auf, als welcher er 1798 zum Kommandanten des neuerrichteten Regiments Jäger zu Pferde ernannt wurde. In den Kriegen 1799 — 1800, 1805 und 1809 kämpfte er in Italien, seit 1801 als Generalmajor und Brigadier, seit 1809 als Feldmarschalllieutenant; er zeichnete sich in den Schlachten bei Marengo und Caldiero durch kühne Reiterangriffe aus, ebenso 1809 bei Fontana-Fredda. Im J. 1812 führte er die Reservekavallerie des österr. Hilfskorps unter Iat Schwarzenberg und übernahm nach dessen Ab ang 1813 in Polen den Oberbefehl. Als General der Kavallerie führte er sodann das mit den Bayern vereinigte österr. Korps, das bei Hanau kämpfte, hatte großen Anteil an dem Siege von Brienne, kämpfte glücklich vor Arcis und wurde nach dem Frieden Gouverneur von Mainz. Als Oberbefehlshaber der österr. Truppen in Oberitalien leitete er 1815 den Feldzug gegen Murat so zweckmäßig ein, daß Bianchi, welcher gegen Ende April das Kommando übernahm, den Krieg in sechs Wochen beendigen konnte. F. sammelte indessen in Oberitalien das gegen Südfrankreich bestimmte Heer und führte dasselbe über den Simplon und durch Savoyen vor. Nach mehrern siegreichen Gefechten gegen Suchets Alpenarmee besetzte er 11. Juli Lyon. Nach dem Frieden von Paris machte das Fische Korps einen Teil des Besatzungsheeres von Frankreich aus und blieb hier bis 1818, worauf F. zum kommandierenden General in Venetien 1819 ernannt wurde. Er erhielt 1821 den Oberbefehl über das Heer, welches den Beschlüssen des Laibacher Kongresses zufolge gegen Neapel marschierte, um die königl. Autorität wiederherzustellen, und zog schon 24. März siegreich in Neapel ein, wofür ihn der König Ferdinand mit dem Titel eines Fürsten von Antrodocco belohnte. F. wurde 1831 vom Kaiser in den Grafenstand erhoben, nachdem er, seit 1825 Generalgouverneur des Lombardisch-Venetianischen Königreichs, die Unruhen in Modena, Ferrara, Parma und den Aufruhr im Kirchenstaate unterdrückt hatte. Im November 1831 zum Hofkriegsrats-Präsidenten ernannt, starb er bald darauf zu Wien 26. Dez. 1831.