FeedFrind (Ant. Ludw.)
ReligionBrockhaus 1882

Frind (Ant. Ludw.), kath. Kirchenhistoriker, geb. 9. Okt. 1823 zu Hainspach in Böhmen, besuchte die Gymnasien zu Prag und Leitmeritz, absolvierte die philos. Studien zu Prag und trat dann in das bischöfl. Klerikalseminar zu Leitmeritz. Nach empfangener Priesterweihe (1847) war er Kaplan in Warnsdorf, übernahm 1851 die Stelle eines Katecheten und 1852 gleichzeitig auch die eines Geschichtsprofessors am k. k. Obergymnasium zu Leitmeritz. Im J. 1859 wurde er zum Direktor des Obergymnasiums in Eger befördert welche Stellung er bis zur Wahl (1869) zum Kanonikus des prager Metropolitandomkapitels innehatte. Als Kapitular widmete er sich namentlich dem reichen Archiv des Domkapitels, dessen Manuskripte er sämtlich registrierte und so für die Geschichtsforschung zugänglich machte. Im J. 1879 wurde er zum Bischof von Leitmeritz ernannt und starb 28. Okt. 1881. Sein Hauptwerk ist die „Kirchengeschichte Böhmensv (4 Bde., Prag 1864 — 78). Der letzte erschienene Band reicht bis zum Jahre 1561. Außerdem erschien von ihm «Kath. Apologetik für gebildete Christen » (3. Aufl., Prag 1877), ferner „Geschichte der Bischöfe und Erzbischöfe von Prag, zur 900jährigen Jubelfeier der Errichtung des prager Bistums „ (Prag 1873) und endlich „Der heil. Johannes von Nepomuk (Prag 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 364Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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