Frischlin (Nikodemus), Philolog und lat. Dichter des 16. Jahrh., geb. 22. Sept. 1547 zu Balingen im Württembergischen, wurde schon in seinem 21. Jahre beim Stifte zu Tübingen, in welchem er seine Bildung erhalten hatte, als Lehrer angestellt, wo er sehr bald durch seine Lehrgabe die Eifersucht seiner Kollegen, besonders seines ehemaligen Lehrers Crusius, erregte. Vom Kaiser Maximilian II. wurde er, nachdem er 1575 auf dem Reichstage zu Regensburg seine Komödie 4Rebeccay vorgelesen, zum gekrönten Dichter und später zum Pfalzgrafen ernannt. Von seinen neidischen Kollegen, wie vom Adel, den er sich durch eine Rede: (Das Lob des Landlebens „, verfeindet, gedrängt und verunglimpft, nahm er 1582 einen 1. als Rektor der Schule zu Laibach in Krain an, kehrte aber nach iche Jahren nach Tübingen zurück, das er indes chon 1586 wieder verließ. Hierauf lebte er zwei Jahre in der Rheingegend, in — und in Wittenderg, fortwährend beschäftigt mit litterarischen Arbeiten und mit Beantwortung der Schriften seines Hauptgegners Crusius. Nachdem er 1588 kurze Zeit Rektor der Martinsschule zu Braunschweig gewesen, ging er nach Marburg und, auch hier vertrieben, wieder in die Rheingegenden. Als die württemb. eeiner sich weigerte, ihm das rechtmäßige Erbteil seiner Frau verabfolgen zu lassen, und er deshalb an die . datt Kanzlei einen beleidigenden Brief gerichtet hatte, wurde er als ein Pasquillant in Mainz aufgehoben und auf die Festung Hohenurach gebracht. Hier verfertigte er aus seiner Wäsche ein Seil, um sich an demselben in der Nacht vom 29. zum 30. Nov. 1590 herabzulassen; das Seil riß, und er fiel zerschmettert zwischen den Felsenwänden hinab. F. war ein vielumfassender Geist. Seine Elegien und seine Hebraiso (Straßb. 1599), die Geschichte der jüd. Könige, die er im Kerker zu Hohenurach dichtete, geben ihm einen Platz unter den bessern neuern lat. Dichtern. Tragödien gelangen ihm nicht; dagegen enthalten seine sieben Komödien hervorstechende Züge des Witzes. Das meiste hat er fsür die Grammatik geleistet; seine Anmerkungen über die Satireno des Persius und die Bucolica- und 4Georgica Virgils, sowie seine lat. Übersetzung des Kallimachus und Aristophanes sind nicht ohne Wert. Auch einige deutsche Komödien und ein satirisches Gedicht Vom Leben des großen Sanct Christoffels o, von Strauß unter dem Titel „Deutsche Dichtungen von F.» (Stuttg. 1857) herausgegeben, hat er geschrieben. Vgl. Strauß, (Leben und Schriften des Dichters und Philologen F.» (Frankf. a. M. 1855). rise, Krausgespinst, s. u. Leonische Waren.