FeedFein (Eduard)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Fein (Eduard), Rechtsgelehrter, geb. 22. Sept. 1813 zu Braunschweig, studierte die Rechtswissenschaft zu Heidelberg, wurde 1834 Advokat in seiner Vaterstadt, ging 1843 zur akademischen Laufbahn über und wurde 1844 als ord. Professor des röm. Rechts nach Zürich berufen. Im J. 1845 ging er in gleicher Eigenschaft nach Jena, 1852 als Nachsolger Wächters nach Tübingen. Einem hartnäckigen Lungenleiden erlag er 28. Okt. 1858 während eines Ferienaufenthalts in der Nähe von ECisleben. Der histor. Rechtsschule angehörend hat er als Lehrer und Schriftsteller einflußreich gewirkt. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: „Das Recht der Kollationo (Heidelb. 1842), 4Beiträge zur Lehre von der Novation und Delegation» (Jena 1850), „Das Recht der Codicilles (Glücks 4Pandekteno, Tl. 44 u. 45, Erlangen 1851—53). 8. Juni 1803 zu Helmstedt, widmete sich 1822—26 zu Göttingen, Berlin und Heidelberg der Rechtswissenschaft, wurde aber ungleich mehr durch geschichtliche, polit. und staatswirtschaftliche Studien angezogen. Er beteiligte sich an der Redaction der „Deutschen Tribune », bis er verhaftet und aus Bayern verwiesen wurde. Hierauf begab er sich nach der Schweiz, wo er 1834 in Zürich ein halbes Jahr lang die «Neue Züricher Zeitungo redigierte. eine eifrige Beteiligung an dem von ihm begründeten denischen Arbeitervereine zog ihm Verhaftung und Transportierung nach dem Aargau, bald darauf von hier nach Liestal in Baselland zu und endlich wurde er mit sämtlichen Mitgliedern des „Jungen Deutschlando aus der Schweiz verwiesen. Hierauf hielt er sich in Paris auf und siedelte sich später zu Kristiania in Norwegen an, von wo aus er bis 1844 mehrfache Reisen, zuletzt selbst wieder nach Frankreich und der Schweiz unternahm. Als Teilnehmer an den Freischarenzügen gegen Luzern im Dez. 1844 und März 1845 geriet er bei letzterm in Gefangenschaft und wurde nach Piemont transportiert. Von hier wurde er nach Mailand, dann nach Wien gebracht und endlich im Mai 1846 in Triest nach Neuyork eingeschifft. Später hielt F. in Philadelphia und Cincinnati Vorträge über die Entwickelung des bürgerlichen Lebens in Deutschland, sowie über Kirchengeschichte. Nach der Märzrevolution von 1848 kehrte er nach Deutschland zurück. Kurz nach seiner Landung in Bremen ward F. von dem dortigen demokratischen Verein zum demokratischen Kongreß in Berlin abgeordnet, nach dessen Abhaltung er seinen Wohnsitz in Baselland nahm. Er starb 18. Jan. 1869 zu Diessenhofen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 643Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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