Fabrieins (Georg), eigentlich Goldschmid, deütscher Gelehrter und Dichter, geb. 23. April 1516 zu Chemnitz, wo sein Vater das Goldschmiedehandwerk trieb. Nachdem er in Annaberg das Gymnasium besucht und in Leipzig studiert hatte, wurde er Lehrer an der Thomasschule in Leipzig, dann in seiner Vaterstadt, seit 1538 an der freiberger Schule. Im J. 1539 ging er als Hauslehrer nach Italien, 1543 nach Straßburg und wurde 1546 Rektor der meißener Schule. In diesem Amte wirkte er bis zu seinem 13. Sept. 1571 erfolgten Tode. In Nebenstunden beschäftigte er sich mit Naturgeschichte, Musik und besonders mit Poesie, wie er denn auch vom Kaiser Maximilian II. zum Dichter gekrönt und in den Adelstand erhoben wurde; doch kam der Adelsbrief erst nach seinem Tode an. Eins der bemerkenswertesten Erzeugnisse seiner Muse ist seine in Versen abgefaßte Reise nach Rom. Seine Ausgabe des Horaz (2 Bde., Bas. 1555) wird noch jetzt ge-Maßtt geringer aber, obschon nach damaligem aßstabe nicht unbedeutend, ist sein Verdienst um die fächs. und deutsche Geschichte, welche er besonders in den Res Misnicaen (Lpz. 1569) und Res Germaniae et Saxoniae memorabileso (Lpz. 1609, herausg. von seinem Sohne Jakob F.) behandelte. Vgl. Baumgarten-Crusius, De Georgii Fabricii vita et scriptis (Meiß. 1839); Theod. Flathe, (St. Afra. Geschichte der königl. sächs. Fürstenschule — Meißeno (Lpz. 1879).