Frohsdorf oder Froschdorf, ursprünglich Krottendorf, Dorf und Gutsbesitz mit stattlichem Schlosse und Park in Niederösterreich (Bezirk Wiener-Neustadt), 52 km südlich von Wien unweit der ungar. Grenze, vechts an der Leitha und am Fuße des großen Kaiserwaldes. Der Ort bildet einen Teil der Gemeinde Lanzenkirchen, zählt (1881) 600 E., die Feldwirtschaft treiben, und enthält eine von der Gräfin von Chambord gegründete Mädchenschule der Schulschwestern. F. gehörte im 11. und 12. Jahrh. zur Grafschaft Pütten und wurde wahrscheinlich von einem Lehnsmanne des Graren von Pütten gegründet, dessen Familie sich von dem Besitz nannte. Hertwich von Krottendorf starb 1350. Um die Mitte des 16. Jahrh. gelangte F. durch Kauf an die Freiherren von Teufel, 1620 an die Grafen Hoyos und 1822 an die Gräfin Lipona Mapoli), die Witwe Murats. Später ward es der Vereinigungspunkt der ältern Bourbonenlinie, indem seit 1844 die Herzogin von Angouléme hier wohnte. Nach deren Tode übernahm es der Graf von Chambord (s. d.), bewohnte es den größten Teil des Jahres und starb auch da elbst 24. Aug. 1883.