FeedFrost (Frösteln)
HeilkundeBrockhaus 1882

Frost (Frösteln), d. h. das Gefühl der Kälte, entsteht nicht bloß infolge von wirklicher Kälte der uns umgebenden Luft, sondern kann auch von innen kear als subjektives Kältegefühl, bei einer Reihe krankhafter Zustände erzeugt werden. In solchen Fällen strömt infolge einer krampfhaften Verengerung der kleinern Hautarterien weniger Blut in die Gefäße der äußern Haut als im normalen Zustande ein, die letztere erhält somit während einer gewissen Zeit eine geringere Wärmemenge zugeführt, und diese Temperaturdifferenz kommt uns eben vermittelst der sensibeln Hautnerven als subjektives Kältegefühl zum Bewußtsein. — heftige Fieberanfall pflegt mit einem starken F. zu beginnen, gleichviel ob die den Kranken umgebende Luft noch so warm, oder vielleicht die Wärme seines Blutes schon krankhafter gesteigert ist. Nicht selten werden hierbei auf reflektorischem Wege in verschiedenen Muskelgruppen leichte Krämpfe ausgelöst (sog. Schüttelfrost). Da im Beginne eines Fieberanfalls die Haut infolge einer krampfhaften Verengerung der feinsten Hautarterien zu erblassen, d. h. blutarm zu werden pflegt, so wird den Empfindungsnerven der Haut weniger Blut und daher auch weniger Wärme zugeführt als im gesunden Zustande, und es erklärt sich so einigermaßen die Entstehung des . 1 Wahrscheinlich aber spielt auch der ustand des Gehirns hierbei eine Rolle. Auch bei ewissen Seelenzuständen entsteht das Gefühl des F oder Schauers, wobei die Haut ganz ähnlich afsiziert wird wie von wirklicher Kälte; denn hier wie dort treten jene Kontraktionen der feinen, um die Wurzeln der Hauthärchen gelegenen Muskeln (der sog. Arrectores pilorum) auf, und es bilden sich jene kleinen Erhebungen der Haut, welche Gänsehaut genannt werden. Über die Bedeutung des Fieberfrostes s. unter Fieber.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 380Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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