FeedFrost (William Edward)
HeilkundeBrockhaus 1882

Frost (William Edward), engl. Historienmaler, — 1810 zu Wandsworth in Surrey, besuchte die ondoner Akademie und widmete sich dann zunächst der Porträtmalerei. Später behandelte er mit Vorliebe mytholog. Gegenstände, wie: Diana und Aktäon (1846), die Waldnymphen (1847), Andromeda, Nymphe und Amor (1874) u. s. w. Er starb 4. Juni 1877. Zroitbe en, s. Frostbeulen. rrostbeulen oder Frostballen (Perniones) nennt man gewisse bläulichrote, geschwollene Stellen, besonders an den Händen und Füßen, welche durch Einwirkung der Kälte (durch Erfrieren) entstanden sind und gewöhnlich auch in der kalten Jahreszeit oder bei Witterungswechsel anfangen zu jucken, zu schmerzen, anzuschwellen und sich förmlich zu entzünden, auch wohl zu eitern. Die F. entstehen besonders bei Personen mit schwitzenden Füßen und an Stellen, wo das Schuhwerk den Blutlauf in der Haut hemmte. Die feinern Blutgefäße der erkrankten Hautstelle sind durch Einwirkung der Kälte halb gelähmt, daher erweitert und mit stockendem, dunkelm Blut angefüllt. Von Zeit zu Zeit steigert sich diese Blutstockung bis zur wirklichen Entzündung, welche ihrerseits wiederum zur Bildung von schmerzhaften, langwierigen und unreinen Geschwüren (Frostgeschwüren) Anlaß geben kann. Die Behandlung läuft darauf hinaus, die Ursachen zu beseitigen (bessere, besonders bequemer geformte Schuhe, trockene Strümpfe, Schutz vor Uir e und dann ID der warmen ahreszeit die Gefäßchen der kranken Stelle zu kärken, was durch mancherlei spirituöse und anere reizende Einreibungen geschieht. Beliebt sind 3. B. Arnicatinktur mit Kampfergeist, Steinöl mit Laudanum, Branntwein allein oder mit Salmiakgeist oder Laudanum, Terpentinöl, verdünnte Mineralsäuren, verdünnte Kantharidentinktur u. dgl.; auch erweisen sich kalte Fußbäder, denen man einige Eßlöffel roher Salzsäure oder Chlorkalk zusetzt, sowie Bepinselungen mit Jodtinktur oder Collodium nützlich. Frische F. werden am besten mit Schneeabreibungen, kalten Umschlägen und kalten Bädern behandelt. Frostgeschwüre sind mit reizenden und adstringierenden Salben (Kampfer, Terpentin, Tannin) zu verbinden. Feoso s. Frost. rostpunkt (0' C. O' R. + 32 F.), s. unter Thermometer. ein zu der Familie der Phalaenidae oder Spanner gehöriger Schmetterling, welcher erst im November oder Dezember fliegt und an Bäumen sitzend sich begattet, worauf das Weibchen, welches statt der Flügel kurze, zum Fliegen untaugliche Stummel besitzt, hoch auf die Bäume kriecht und die kleinen Eier an Knospen oder Blattstielnarben klebt. Die Räupchen, gewöhnlich Spaniol genannt, kriechen beim Ausbrechen der Knospen aus, bohren sich in diese ein, fressen diese aus und gehen später an die Blätter; später, gegen die Mitte des Juni, lassen sie sich an Fäden von den Bäumen herab, um sich in der Erde zu verpuppen. Der Spaniol ist mit Recht gefürchtet, da er die Obstgärten, namentlich in der Nähe von Buchen-⸗ und Eichenwäldern, oft in unglaublicher Weise verheert. Er ist grau, dann grün und gelb gestreift, in den gelben Streifen mit roten Punkten. Die Flügellosigkeit des Weibchens hat ein Mittel finden lassen, ihm beim Besteigen der Obstbäume den Weg zu verlegen. Man legt nämlich im Oktober und November sog. Klebgürtel um die Stämme, mit einer klebrigen Substanz bestrichene Papierstreifen, auf welchen das Weibchen beim Aufbäumen kleben bleibt und zu Grunde geht, oft in so großer Individuenzahl, daß sie den nachfolgenden als Brücken den übergang erleichtern. Sobald man dies wahrnimmt, muß man die Klebgürtel durch andere ersetzen. Andererseits wird man auch die klebrige Substanz, wenn sie durch die Luft verhärtet K erneuern müssen. Früher benußte man als Klebemittel den Wagenteer, der aber, bald vertrocknend, seine Aufgabe nur unvollständig erfüllt. Wirksamer ist zwar der seit etwa zehn Jahren im Handel befindliche Brumataleim, doch ist er zu teuer und deshalb für größere Obstbaumpflanzungen nicht vorteilhaft. Ein viel billigeres Klebemittel bereitet man sich aus Rüböl, Schweineschmalz, dickem Terpentin und Kolophonium. —3 Klebgürtel fangen nicht nur den F., sondern auch viele andere den Obstbaum schädigende Insekten, welche am Stamme emporzusteigen pflegen, 3. B. manche Rüsselkäfer. Dem F. verwandt und für die Obstbäume, wie für manche Waldbäume, 3. B. die Birke, gleich verderblich ist der Blatträuber, Entblätterer oder Waldlindenspanner (Lidonia defoliaria). Auch hier ist das Weibchen flügellos. Im J. 1861 wurden von diesem Schmetterlinge in einem 1— Forstrevier uber 9 Mill. Puppen gesammelt. rostspalten, s. unter Frostwirkung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 380Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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