Erröten beruht auf einer plötzlichen Wallung des Blutes nach den Gefäßen der Haut, insbesondere des Gesichts. Dasselbe ist besonders deutlich bei jugendlichen Personen mit zarter, weißer Haut und leicht erregbarem Nervensystem. Sowohl Erregungen des Gehirns (Scham, Zorn) als anderer Organe können die Thätigkeit gewisser Nerven, welche in der Wandung der kleinen Arterien endigen, plötzlich umstimmen, s ozusagen lähmen, infolge dessen die zarten Muskelfasern der H—r erschlaf992 Die Gefäßwände leisten deshal dem Drucke es Blutes geringern eeh und dehnen sich aus, sodaß sie nicht nur mehr Blut fassen können, sondern auch die rote Farbe dess elben leichter hindurchscheint. Dies gibt der Haut die rötere Färbung, um so mehr, wenn die Haut selbst zart und arm an Farbestoff ist, wie bei blonden und bei schwächlichen Personen. Kommt zur Erschlaffung der Gefäßwände auch noch eine erhöhte Thätigkeit des Herzens, so wird das E. noch bedeutender. Künstliches Erröten kann man hervorrufen durch Einatmungen von Amylnitrit oder salpetrig-Mienge Amyloxyd, welches schon in minimalen engen fast unmittelbar nach dem Einatmen durch Erweiterung der Blutgefäße starke Rötung des Gesichts und hochgradiges Hitzegefühl im Gesicht und Kopf verursacht und deshalb bei allen auf Gefäßkrampf beruhenden Formen des Kopfs chmerzes mit Nutzen gebraucht wird; doch treten bei fortgesetztem Gebrauch leicht ohnmachtähnliche Erscheinungen ein. Das plötzliche Erblassen beruht im Gegenteil auf einem Krampfe der Gefäßwandmuskeln mit oder ohne gleichzeitig herabgesetzte Herzthätigkeit. Blutarme erröten besonders leicht, weil sie eine dünne, schlechtgenährte Haut und sehr leicht erregbare Nerven haben. (S. Bleichsucht.)