Fry (spr. Frei, Elizabeth), bekannt durch ihre Bemühungen um Verbesserung der Gefängnisse und des Loses der Gefangenen, geb. 21. Mai 1780 auf Cartham-Hall in der Grafschaft Norfolk, die Tochter des Gutsbesitzers und Quäkers John Gurney, stiftete daselbst eine Freischule für arme, verwaiste Mädchen, die sie nach ihrer Verheiratung mit dem londoner Kaufmann Joseph F. 1800 erweiterte. Später errichtete sie in London eine Schule für die Kinder der Gefangenen in Newgate, sowie 1819 unter dem Namen des Newgater Vereins eine von einer Vorsteherin und 12 Frauen geleitete Lehr- und Arbeitsschule für verurteilte Gefangene. Allgemeiner bekannt wurde sie durch ihre in rastloser Thätigkeit zur Verbesserung des Schicksals der Gefangenen in Amerika, Frankreich und Deutschland unternommenen Reisen. Sie starb zu Ramsgate 12. Okt. 1845. Die KMemoirs of the life of Elizabeth F. „(2 Bde., Lond. 1847; deutsche Bearbeitung, Hamb. 1848) wurden von ihren Töchtern herausgegeben. Vgl. Susannah Corder, Lite ot Mrs. F. „(Lond. 1853). Fry (James B.), amerik. General und Militärorganisator, geb. zu Carrolton in Illinois 22. Febr. 1827, trat nach dem Besuche der Militärakademie von Westpoint 1847 in das Heer der Vereinigten Staaten von Amerika und nahm an dem Feldzuge gegen Mexiko teil, wurde sodann Lehrer an der Militärakademie zu Westpoint und kämpfte 1861— 63 gegen die im Aufstande begriffenen Südstaaten der Union. Als Generalprofoß siel ihm 1863 die Aufgabe zu, die Konskription auf Grund des Gesetzes von 1863 durchzuführen und dem Heere den nötigen Ersatz zu schaffen. F. hob bis zum J. 1866 1.120621 Rekruten aus, ließ 76562 Fahnenflüchtige einbringen und hatte beim Abschlusse des Bürgerkriegs noch 2254063 Militärpflichtige in seinen Musterrollen. Sein Büreau wurde durch Gesetz vom 28. Aug. 1866 aufgelöst. Er schrieb „Final report of the operations of the Provost Marshalgeneral of the United States „ (1863—66). Fryxell (Anders), schwed. Historiker, geb. 7. Febr. 1795 zu Hesselskog in Dalsland, studierte in Upsala, wurde 1822 Lehrer und 1828 Rektor an der Marienschule zu Stockholm, 1833 Professor, 1835 Pfarrer in Sunne und 1836 Propst über das nördl. Wermland. Letzteres Amt legte er 1847 nieder, um sich ganz histor. Studien widmen zu können. Schon seit 1831 hatte er mehrmals die Archive seines Vaterlandes durchforscht und 1834 —35 unternahm er eine Reise nach Preußen, Polen, Osterreich, Belgien, Holland und Dänemark, welche hauptsächlich den Nalen hatte, die in den Zeiten Gustavs 1. nach Polen abgeführten schwed. Urkunden aufzusuchen, von denen aber keine Spur sich mehr vorfand. In Kopenhagen und Wien benutzte er die Gelegenheit, die in Archiven aufbewahrten Gesandtschaftsberichte der 1640—97 am Hofe zu Stockholm accreditierten Minister abzuschreiben, die er nach seiner Rückkehr unter dem Titel „Handlingar rörande Sveriges historia Bde., Stockh. 1836—43) herausgab. Ähnliche Forschungsreisen hat er seitdem beinahe alljährlich gemacht. Seinen Ruf als Historiker begründete F. durch seine Berättelser ur Svenska historienv (Bd. 1—46, Stockh. 1823—79), deren erste Bände durch getreue Auffassung, biographische Details und naive und lebendige Darstellung zum wahren Volksbuch geworden sind. Die ersten 20 Bände dieses schwed. Nationalwerks, welches im 46. Bande bis 1771 reicht, sind bereits in wiederholten Auflagen erschienen und mehrere von ihnen fast in alle europ. Sprachen übersetzt worden. So erschien die Geschichte Schwedens bis zum Tode Erichs XIV. deutsch von Homberg (2 Tle., Stockh. 1843). Die Geschichte Gustav Adolfs wurde ins Deutsche ebenfalls von Homberg (2 Tle., Lpz. 1842—43) und von einem Ungenannten (Lpz. 1852) in der Histor. Hausbibliothek' übertragen. Die Geschichte Gustav Wasas übersetzte Ekendahl (Reust. a. d. O. 1831). F.s 4 Karakteristik öfver tiden och de utmärkta handlande personerna uti Sverige 1592—1600 wurde 1830 der höchste Preis der Schwedischen Akademie zuteil. Ein anderes Werk, 4Om aristokrat-fördömandet i Svenska historien (4 Tle., Ups. 1845—50), war zunächst gegen Geijer gerichtet und hatte nicht nur einen heftigen Streit mit letzterm und dessen Schülern sondern mit der ganzen demokratisch-liberalen Partei in Schweden zur Folge. Seine „Bidrag till Sveriges Litteraturhistoriav (8 Tle., Stockh. 1860—61) sind polemisch und von geringer Bedeutung. Durch seinen frühern amtlichen Wirkungskreis als Schulmann veranlaßt, veröffentlichte F. mehrere pädagogische Schriften, die ihrer Zeit Aufsehen machten, darunter eine „Svensk spräklära „ (Stockh. 1824; 13 Auflagen). Unter F.s Dichtungen ist das Singspiel KWermlandsflickano (Ups. 1821), welchem die eingewebten Volksmelodien besondern Reiz verleihen, die vorzüglichste. F. starb 30 Stockholm 21. März 1881. ant. oder Baßschlüssel, s. unter Baß musik.). Fnä-Fusinato (Erminia), ital. Dichterin, aus einer israel. Familie stammend, geb. zu Rovigo 5. Okt. 1834, begann bereits in ihrem 14. Lebensjahre in Padua, wohin ihre Eltern 1835 übergesiedelt waren, patriotische Gedichte zu schreiben, die sie in Zeitschriften und Almanachen veröffentlichte und 1852 gesammelt unter dem Titel Versi e fiorio berausgab. Bald darauf lernte sie den verwitweten Dichter Arnaldo Fusinato (s. d.) kennen, mit dem sie sich 1856 vermählte, nachdem die Liebe zu ihm sie vermocht hatte, zum Christentum überzutreten. Mit ihrem Gemahl zog sie nach Florenz und 1870 nach Rom, wo sie die von ihr gegründete und unter ihrem Namen fortbestehende höhere Töchterschule leitete und 27. Sept. 1876 starb. Ihre Dichtungen erschienen in einer Gesamtausgabe zu Florenz 1879. Außerdem schrieb sie: La Famiglia; lezioni di morales (Flor. 1876), cScritti educativiv (von Ghivizzani herausg., Mail. 1880), Emigranti (Bassano 1880). Vol. Molmenti, „Erminia Fud-Fusinato e i suoi ricordi (Mail. 1877); Stahly, „Erminia F.» (in Unsere Zeit v/ Jahrg. 1879, 2. Hälfte).