Frustrieren (lat.), vereiteln, täuschen; davon: Frustration. „Frutigen, der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Oberlande des schweiz. Kantons Bern, liegt 828 müber dem Meere, 15 km südlich von Thun, auf dem linken Ufer des Engstligenbachs, nahe bei dessen Mündung in die Kander, am Ostfuße der Niesenkette. Der ansehnliche Marktflecken, 1466, 1726 und 1827 fast vollständig vom Feuer zerstört und nach dem letzten Brande teilweise stadtartig wiederhergestellt, besitzt eine 1727 erbaute Kirche, ein Amtsgebäude, mehrere Gasthöfe und Fabriken und zählt (1880) 4045 E., deren Haupterwerbsquellen die Alpenwirtschaft, die Schafzucht, die Tuch- und Zündhölzchenfabrikation und die Ausbeutung der Schiefergruben in der Niesenkette sind. An der Vereinigung des obern Kanderthals und des Adelbodenthals und am nördlichen Zugange zum Gemmipaß (s. d.) gelegen, mit Thun, Spiez, Adelboden und Kandersteg durch Poststraßen verbunden, hat F. sowohl lebhaften Touristenverkehr wie Warenverkehr aufzuweisen und seine Jahrmärkte geören zu den belebtesten und sind besonders für den iehhandel wichtig. — Der Bezirk Frutigen, 481 qkm groß, erstreckt sich vom Hauptkamme der Berneralpen an der Grenze von Wallis, links von der Niesen⸗, rechts von der Schilthornkette eingeschlossen, bis zum Thunersee hinab, umfaßt das obere und das mittlere Kanderthal (Frutigthal), das Adelboden- oder Engstligenthal und das Kienthal und zählt in sechs Gemeinden 11062 C. reform. Konfession und deutscher Zunge. Im 13. und 14. Jahrh. gehörte das Frutigthal den Freiherren vom Thurm aus dem Wallis und kam 1400 an Bern, dessen Kastellane auf der Tellenburg (jetzt Gefängnis und Armenhaus) residierten, die sich 1½ Km südlich von F. auf einem Hügel über der Kander erhebt.