FeedFu-hji
AllerleiBrockhaus 1882

Fu-hji, der mythische urälteste Bildner Chinas, ein ziemlich unfaßliches Wesen, dessen besondere Heimat angeblich das heutige Kan-su war, was für die Abstammung der Chinesen aus Nordwest zu sprechen scheint. Man schreibt ihm die Erfindung der acht berühmten Trigramme zu, welche den Urtext des Buchs der Verwandlungen » (Ji-king) bilden. Sein anderer Name Thai-hau kann mit setzt werden; die den Grundwörtern Fu und hji entsprechenden Schriftzeichen aber geben in ihrer Parung wenigstens heutzutage keinen Sinn mehr. Man hüte sich übrigens, in dem ersten derselben dasjenige Fu wiederfinden wollen, welches den Namen Buddha in chines. Verstümmlung ausdrückt. ühler, s. Fühlhörner. ühlhebel, ein Meßwerkzeug, um an einem Cylinder, einem Kegel u. s. w. zu untersuchen, ob, inwieweit und wo die Querschnitte von der genauen Kreisform abweichen. Dasselbe ist ein kurzer stählerner Hebel, dessen eines Ende glatt abgerundet und fein poliert ist und dessen anderes Ende mit einer aus Messing bestehenden, aufwärts gerichteten Verlängerung, die das Fünfzig⸗ bis Hundertfache des kleinen Hebels beträgt, versehen ist; das letztere Ende ruht auf einem Drehzapfen, der in einem verschiebbaren Gestell liegt. Indem man den Cylinder oder Kegel langsam um seine Achse dreht bm am zweckmäßigsten auf der Drehbank geschieht) und den kurzen Hebelarm bis zur Berührung gegen denselben schiebt, wird das als Zeiger auf einem Gradbogen dienende lange Hebelende jedesmal da einen Ausschlag geben, wo der Querschnitt des zu messenden Körpers von der Kreisform abweicht. Wenn man das Instrument gleichitig parallel oder unter einem Winkel gegen die LAcchse es Arbeitsstücks verschiebt, kann man auch die Cylindricität oder Konicität desselben prüfen. Auf diese Weise wird auch die kleinste, auf andere Art 35 zu entdeckende Unrichtigkeit angezeigt, wie dies z. B. für die wichtigsten Bestandteile mathem. Instrumente notwendig ist. Fähthörner oder Fühler (Antennae) heißen bei den Insekten und Krustentieren die gegliederten, an den Seiten des Kopfes befindlichen vielgestaltigen, nach sehr vielen Richtungen drehbaren Organe, die, weil sie niemals fehlen und in den Gattungen eine beständige Form haben, zur Beründung systematischer Unterschiede wichtig sind. ei den Jusekten findet sich stets nur ein Paar, bei den Krustentieren dagegen häufig zwei, und bei den Spinnentieren sind sie meistens zu Mundwaffen mugestaltet, sodaß sie zu fehlen scheinen. Sie ge-Ichen zu den ersten, bei den Embryonen im Ei enttehenden Gliedmaßen und sind stets aus mehrern, nach Familie und Gattung an Zahl wechselnden Gliedern zusammengesetzt, welche im allgemeinen als Wurzelglied, Mittelglieder und Endglieder unterschieden werden. Bald sind sie kurz, bald länger als der Körper, fadenförmig, schnurförmig, keulenförmig, kammförmig, gesägt, gespalten oder ästig, oder mit aufgeblasenem Endgliede u. s. w. Wie schon der Name andeutet, hielt man sie ehedem für Tastwerkzeuge, und unzweifelhaft dienen sie auch zu diesem Zwecke, wie man sich leicht bei Ameisen, Grillen u. s. w. überzeugen kann, die stets damit tasten, ja sich sogar durch Berührung der F. Mitteilungen machen und bei dem geringsten Anstoße damit sogleich Zeichen lebhafterer Wahrnehmung gewahren lassen. Sie bestehen aus einem dünnen, hornigen überzuge und enthalten viele mikroskopische Muskeln und feine Nervenfäden, die mit x 0. Sinnen⸗ oder Tastborsten in Verbindung stehen. Ihre Glieder erscheinen bei starker Vergrößerung von sehr feinen Löchern durchbohrt, welche durch eine dünne Haut Nach Rirbr sind, die man far eine Riechhaut hält. Nach Kirby sollen die Fühler Hörorgane sein. Da indes bei einigen Insekten und Krebsen besondere Hörorgane an andern Orten entdeckt worden sind, so dürfte diese Ansicht die wenigste Wahrscheinlichkeit für sich haben. Bei einem exotischen Holzkäfer (Paussus sphaerocerus) leuchtet das aufgeblasene Endglied der F. nachts mit schwach phosphorischem Scheine. Weichtiere und Wuürmer haben oft teils am Kopfe, teils an andern Teilen des Körpers Fühler (Tentacula), die, von der verschiedensten Gestalt, in vielen Fällen wohl Iahiung verschmolzener Sinne sein mögen. genfeitige Berührung der Mannschaften in Reih und Glied; bei der Infanterie ist eine leichte Beruhrung der Ellbogen, bei der Kavallerie entweder eine Berührung der Knie oder der Steigbügel vorgeschrieben. In übertragenem Sinne versteht man unter F. mit dem Feinde, daß man dem Gegner auf Kampfentfernung nahe ist. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VII. Fouriere übergingen, während die F. auf Märschen die Feldzeichen trugen. Nach dem Regalschen Reglement von 1717 war der F. dem Heboweh dig zugeteilt, sollte außerdem den Feldwebel im äußern Dienst vertreten und die Thätigkeit des Feldscherers beaufsichtigen. Nur verheiratete Unteroffiziere, deren Frauen als Krankenpflegerinnen verwertet werden konnten, wurden zu F. ernannt. Gegenwärtig werden nur im österr.⸗ungar. Heere bestimmte Unteroffiziere oder Mannschaftskategorien als F. bezeichnet. Der Stabsführer überwacht die Kasernen⸗ und Lagerordnung, die Marketender, Truppenfahrzeuge, Arrestanten, sowie die Ausrüstungsmagazine und die Verteilung der Verpfleung; er steht unter dem Proviantoffizier. Der Zugsführerüberwacht in dem ihm unterstellten Zuge den innern Dienstbetrieb und ist dem Feldwebel fur etwaige Unregelmäßigkeiten verantwortlich. Stabs- und Zugsführer sind Untexoffiziere. Der Patrullführer der Jägertruppe entspricht der Gefreitencharge der Infanterie. Führich (Joseph, Ritter von), hervorragender Historienmaler, geb. zu Kratzau in Böhmen 9. Febr. 1800, wo er schon als Knabe Heiligenbilder fabrizierte. Der Gutsherr der Gegend, Graf Clam-Gallas unterstützte das frühe Talent und schickte ihn auf die Akademie in Prag, wo er zu dem Direktor J. Bergler ins Atelier kam. F.s Jugendarbeiten dieser Zeit sind noch ganz im Geiste dieses tüchtigen Künstlers gehalten und haben, ganz im Gegensatz zu seiner spätern Richtung, völlig barocken Stilcharakter. Sie wurden vom reichenberger Museum in Lichtdrucken herausgegeben. Im J. 1827 ging er an die wiener Akademie, wo sich seit Overbecks, Veits, Scheffers von Leonhardshoff Aufenthalt jene Richtung festgesetzt hatte, welche als die der sog. Nazarener der bisherigen klassisch-akademischen vom Standpunkt religiös-moralischer Gesinnung den Krieg erklärte. Indes blieb F. nur zwei Jahre an der Anstalt und wandte sich alsbald nach Nom, wohin ihm die Genannten, unter denen ihn besonders Overbeck anzog, vorausgegangen waren. Eine Anzahl früherer Kompositionen, so die Zeichnungen zu Tiecks „Genofevav, zu Goethes cHermann und Dorotheao, hatten seinen Ruf daselbst vorbereitet, und so kam es, daß F. sofort an den Malereien der Villa Massimi Anteil erhielt, wo auch Cornelius u. a. schufen. Er vollendete hier den von Overbeck begonnenen Tasso-Cyklus. Gleichzeitig entstand eine Reihe trefflicher Staffeleibilder, so die trauernden Juden, Boas und Ruth, die Menschwerdung des Erlösers, Josua vor Jericho, die Erscheinung der Krieger in den Wolken vor Jerusalems Einnahme unter Antiochus (Wien, kaiserl. Sammlungen), Marias Gang über das Gebirge (daselbst) u. s. w. Zu seinen frühesten romantischhistor. Olbildern gehört Macbeth und die Hexen (in der Gemäldegalerie des Stiftes Kremsmünster in Oberösterreich). Seit 1841 als Professor an die wiener Akademie berufen, bestimmte seine Richtung einen Teil der österr. Kunst dieser Zeit, obwohl die von ihm und gesinnungsgleichen Freunden und Schülern, wie Leopold Schulz, Kupelwieser, gepflegte Tendenz damals in dem realistisch-volkstümlichen Genre Danhausers, Waldmüllers u. a. eine starke Opposition fand. Die kirchlich-monumentale Kunst hat durch F. in Ssterreich ihr jetziges Gepräge erhalten, zu dem der Meister selbst aber durch das Zurückgehen Hue auf Dürer als auf die strengern Vertreter er alten Alenem taliens 9. Crkt Als Kolorist 93505 bietet, die überhaupt bei ihm alsbald in uiche und idealer Charakteristik leistet er Vorzügliches. Im monumentalen Fresko schuf er noch zwei große Werke, beide für Wien: die Leidensgeschichte für die neue Johanniskirche in der Jäger2 und seit 1854 die Fresken des Chorraums in er neuen Altlerchenfelderkirche, nach deren Vollendung er in den Adelsstand erhoben wurde. Vielleicht das Bedeutendste, was F. schuf, sind seine zahlreichen Zeichnungen zu gedankenreichen Cyklen, welche, von Gaber in Dresden, OÖrtel, Petrak in Wien meisterhaft in Holz geschnitten, die weiteste Verbreitung fanden. Hierdurch förderte der Künstler, indem er seine Stiftführung auf die Weise der alten deutschen Meister, namentlich Dürers basierte, mächtig die Wiederaufnahme der alten Renatsanee. rylographischen Technik im Geiste der gen Nound Zugleich lieferte er mit diesen herrlichen Kompositionen wahre Erbauungsbücher ernster, edler Kunst und christl. Lebensauffassung. Zu den aannal i B. gehören: der verlorene die Heisliche Rose (16 Blatt, Münch.), Er ist auf-Sohn (Original im Besitz der wiener Akademie), erstanden (15 Baatt, Lpz.), der heil. Wendelin u. s. w. Das Leben und der Charakter F.s, der de seine tiefreligiöse Kunstüberzeugung auch mit er Feder einstand, diente diesem Streben als homogener Hintergrund; eine tiefe Innerlichkeit, die sich begeisternd seinen zahlreichen Schülern mitteilte, bildet das beseelende,‚ energische Element seines ganzen Wesens. F. starb in Wien 13. März 1876. Als Radierer versuchte er sich mit Glück in den Blättern: die Hochzeit zu Kana, das Vaterunser und die sieben Bitten (11 Blatt), der Triumph Christi. Vgl. Joseph, Ritter von F.s Lebensskizzer (Wien 1875)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 400Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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