Fünfkirchen (ungar. Pécs), Hauptort des ungar. Komitats Baränya und des den Barsser Namen führenden Bistums, Station der F.Bareser und der Budapest-Fünfkirchener wohl „ist eine der schönsten Städte Ungarns, wiewohl es in altertümlicher Ordnungslosigkeit angelegt ist. Unter den öffentlichen Gebäuden sind besonders nennenswert: die große, mit reichen Marmoraltären versehene bischöfl. Domkirche (eine roman. Pfeilerbasilika mit vier Türmen und einer fünfschiffigen Krypta unter dem Chore), die (1883) stilgerecht restauriert wird, der in ital. Manier gebaute bischöfl. Palast, das Komitats⸗ und das Stadthaus, das Gymnasium und das Seminarium. Die Stadt- und die Franziskanerkirche, letztere mit noch erhaltenem Minaret, waren in der turk. Zeit (1543—1686) Moscheen. Außerdem besitzt F. fünf Klöster, eine theol. Diöcesanlehranstalt, ein Rechtslyceum, ein Obergymnasium und eine Oberrealschule, ein Lehrerpräparandeninstitut und gut ein-Bihiothe Volksschulen, eine bedeutende öffentliche ibliothek und ein Theater, in welchem abwechselnd deutsche und ungar. Vorstellungen gegeben werden. Die Stadt ist Sitz des ud unherer Westrats, der Finanzbezirksdirektion und anderer Behörden. Die ungar.⸗deutsch-serb. Bevölkerung von (1880) 28 702 Seelen beschäftigt sich hauptsächlich mit Handel und Industrie, deren Erzeugnisse aller Art im ganzen Lande gesucht sind. Einen Haupterwerbszweig bilden außerdem die ausgedehnten Weinberge, welche die freundlich gelegene Stadt von allen Seiten umschließen und einen Wein liefern, der zu den besten Ungarns zählt. F. ist eine sehr alte königl. Freistadt und war einst bedeutender als jetzt. Schon vor der Niederlassung der Magyaren, in der fränk.⸗deutschen Periode, war F. unter dem Namen Quinqueecclesiae bekannt. — Das Bergw erk Fünfkirchen ist eine von der k. k. Donaudampfschifffahrtsgesellschaft angelegte Musterkolonie für Kohlenbergbau mit trefflich eingerichtetem Schul⸗ und Gemeindewesen. Im ganzen besteht die Kolonie aus 200 Häusern mit etwa 3000 E.; das Montanterrain umfaßt 2,9 Mill. Quadratklafter mit 40 Schachten, aus denen jährlich über 5 Mill. Ctr. Schwarzkohle, 260000 Ctr. Coks und an 500000 Ctr. Briquettes gewonnen werden. Die Kohle lagert hier in der Liasformation, und es finden sich Lager, die im Hangenden 8000 Klaftern Mächtigkeit haben. Zünimund s. unter Zwillinge. ünfmonarchisten (Ouintomonarchianer) wurden schon im 16. Jahrh. Chiliasten genannt, weil sie nach den vier Weltreichen der Assyrer Perser, Griechen und Römer (Daniel, Kap. 7 als fünftes das Reich des wiederkommenden Dil + erwarteten. Eine eigene Partei der F. bilete sich im 17. Jahrh. infolge der engl. Revolution. Als Cromwell sich zum Protektor gemacht hatte und die entschiedenen Republikaner zu beseitigen suchte, schlossen die verschiedenen Richtungen der Enthusiasten sich unter dem Parteinamen F. 1659 zusammen, um durch den Sturz Cromwells den Eintritt des Reiches Christi zu beschleunigen. Sie erhielten sich bis ins 18. Jahrh. ünfseit, soviel wie Pentagramm, s. Drudenfuß und unter Fünf.