Fürstenberg (Mor.), Tierarzt, geb. 15. Mai 1818 zu Berlin, bezog 1839 die berliner Tierarzneischule, machte 1843 sein Examen als Tierarzt, wurde 1844 Kreistierarzt, 1847 Repetitor an der Tierarzneischule zu Berlin, 1850 Departementstierarzt in Liegnitz und 1853 Lehrer an der landwirtschaftlichen Akademie zu Eldena; er starb daselbst 14. Sept. 1872. Die zahlreichen litterarischen, meist sehr wertvollen Arbeiten F.s sind in verschiedenen fachwissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht worden; seine wichtigsten größern Schriften sind: «Die Krätzmilben der Menschen und Tieren (Lpz. 1861), „Die Anatomie und Physiologie des Rindeso (Bd. 1 des mit Rohde gemeinschaftlich herausgegebenen Werks «Die Rindviehzucht (Berl. 1868), «Die Milchdrüsen der Kuh (Lpz. 1868). ürstenbund hieß der reichsständische Bund, welchen Friedrich d. Gr. 1785 gegen die lübergriffe Josephs II. zu Stande brachte, die letzte große polit. Aktion des Königs. Im Mai 1784 hatte Joseph die Kaiserin Katharina II. von Rußland, der er dafür gegen die Türken freie Hand ließ, für den Plan gewonnen, Bayern mit der Oberpfalz, Neuburg und salzburgischen Distrikten gegen die österr. Niederlande einzutauschen. Der damalige Kurfürst von Bayern, Karl Theodor, hatte eingewilligt, statt seines Kurhutes die burgundische Krone anzunehmen. Als nun der russ. Gesandte Romanzow dem erbberechtigten Agnaten Karl Theodors, dem Herzoge von Zweibrücken, den Plan mit der gebieterischen Forderung seiner Zustimmung eröffnete, wandte dieser sich an den Schutz des Königs Friedrich II. von Preußen. Dieser erfuhr auf diese Weise zuerst von dem Plane, übersah jedoch sofort die Gefahr in ihrer ganzen Größe. Da auch Frankreich den Kaisermächten sich zuneigte, so sah er Preußen und das Reich von drei Seiten aufs schwerste bedroht. Es gelang ihm, dagegen Kursachsen und den König von England, als Kurfürsten von Hannover 23. Juli 1785 zu einem Bunde zu vereinigen, indem sie sich zum Schutze der Reichsstände bei ihrem Besitz sowie bei ihren Hausverträgen verpflichteten: jede Verletzung derselben solle zuerst in der Reichsversammlung zur Sprache gebracht und, wenn dies nichts fruchte, Ernst gebraucht werden. Der Kurfürst von Mainz trat bei; überall im Reich jubelte man der Erklärung zu, und Joseph fand es geraten, von seinem Vorhaben abzustehen. Vgl. Ranke, «Die deutschen Mächte und der F. v (2 Bde., Lpz. 1871 — 72).