FeedFuttermittel
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Futtermittel noch aus der Wirtschaft genommen (Gerste, Hafer, Bohnen) oder zugekauft werden müssen, um den als Norm hingestellten Nährstoffbedarf zu decken. Der Gehalt der in der Wirtschaft selbst oder durch eltent 3 Gewerbe erzeugten Futtermittel an den einzelnen Nährstoffen geschieht entweder mit Hilfe von Tabellen, welche das Marimum, Minimum und Mittel in dieser Richtung angeben, mit Berücksichtigung der besondern Verhältnisse, unter denen das betreffende Futter gewachsen oder produziert ist (Boden, Düngung, Wetter während der Vegetation und der Ernte u. s. w.) oder durch Analysierung des Futters auf einer landwirtschaftlichen Versuchsstation. Der Gehalt der käuflichen Futtermittel ist häufig arantiert, sodaß eine besondere Analyse überflussig erscheint. Da aber von der Menge der durch Schätzung oder direkte Analyse bestimmten Roßhett; der sog. Rohnährstoffe (Rohprotein, Rohfett, Rohfaser), nur ein Teil vom Tierkörper wirklich assimiliert, verdaut wird, so hat man bei der F. auch nur diesen Teil in Betracht zu ziehen. 1 diesem Zwecke verfährt man wie folgt. Unter ugrundelegung des bei den betreffenden Tiergattungen durch besondere Versuche bereits ermittelten Verdaulichkeitsgrades der Nährstoffe in den einzelnen Futtermitteln (Verdauungskoeffizient), ferner der oben schon erwähnten Bodenwachstums- und Produktionsverhältnisse, sowie der die Verdaulichkeit beeinflussenden gleichzeitigen Verabreichung gewisser 1 (3. B. Ruben und Kartoffeln neben Rauhfutter) wird der Gehalt einer bestimmten Futtermischung an verdaulichen Stoffen und durch Anderung in der Mischung oder Zufügung neuer Futtermittel eine der Norm (s. unten) entsprechende Ration festgestellt. Nebenbei ist aber auch der Gehalt der Futtermittel an Amidsubstanzen (d. h. stickstoffhaltigen, aber nicht proteinartigen, also auch nicht die Wirkung des Proteins besitzenden Stoffen) in Betracht zu ziehen, und schließlich muß die spezifische Wirkung, welche einzelne Futterstoffe auf gewisse Produktionsrichtungen ausüben (Schlempe auf Menge der Milch, Palmkuchen auf Fettgehalt der Milch, Rapskuchen auf Mast u. s. , welche aber häufig mit dem Nährstoffgehalte in keinem Zusammenhange stehen, dann aber auch der Preis berücksichtigt werden. Nach den zahlreichen, auf den landwirtschaftlichen Versuchsstationen ausgeführten Fütterungs- und Verdauungsversuchen und den darauf gegründeten, tabellarisch zusammengestellten Zahlen für die Zusammensetzung und die Verdaulichkeit der

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 435Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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