FeedGabelentz
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gabelentz (Hans Georg Conon von der), Sprachforscher, zweiter Sohn des vorigen, geb. 16. März 1840 zu Poschwitz bei Altenburg, besuchte 1855 — 59 das Gymnasium zu Altenburg, hierauf bis 1863 die Universitäten Jena und Leipzig, trat 1864 in den königl. sächs. Justizdienst, fungierte erst als Referendar, 1872—73 im Reichsdienste als Verwaltungsbeamter zu Straßburg und Mülhausen im Elsaß, wurde dann als Gerichtsassessor in Dresden angestellt und ist seit 1878 Professor der ostasiat. Sprachen an der Universität Leipzig. Angeregt und gefördert von seinem Vater, versuchte er sich früh in der Erlernung westafrik. und malaiisch-polynes. Sprachen sowie des Chinesischen, wandte sich dann auch dem Studium des Mandschu und Japanischen zu und veröffentlichte, außer zwei Abhandlungen über vergleichende Syntar in Lazarus und Steinthals (Zeitschrift für Völkerpsychologies (1869, 1874), eine übersetzte und kommentierte Ausgabe des ines. metaphysischen Werks Thai-kih-thu (Dresd. 1876), dann eine Abhandlung über die „Geschichte und die Aufgaben der chinesischen Grammatiko (Zeitjchrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschafto, 1878). Sein Hauptwerk, gegenwärtig uberhaupt die hervorragendste Leistung auf diesem Gebiet, ist die Chinesische Grammatiko (Lpz. 1881); ein kurzeres Lehrbuch sind die «Anfangsgründe der chinesischen Grammatiko (Lpz. 1883). Mit A. B. Meyer gab er «Beiträge zur Kenntnis der melanesiichen u. s. w. Sprachen » (Abhandlungen der Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften », 1882)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 440Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6