FeedGadebusch (Friedr. Konrad)
ErdkundeBrockhaus 1882

Gadebusch (Friedr. Konrad), baltischer Historiker, geb. zu Altenfähren auf der Insel Rügen 29. Jan. 1719, erhielt seine Schulbildung zu Straln und Hamburg, studierte in Greifswald die echtswissenschaft und war seit 1739 Hauslehrer in Königsberg und Danzig, seit 1748 in Livland. Hier wurde er 1750 Ordnungsgerichtsnotär des Dorpater Kreises, 1766 Syndikus in Dorpat und als solcher 1767 Delegierter dieser Stadt zu der roßen Gesetzkommission in Moskau, im J. 1768 sitzer im Stadtkonsistorium und 1771 Justizbürgermeister. — dieser Stellung erst trat er als Schriftsteller auf und veröffentlichte seine Abhandlung von livländ. Geschichtschreibern» (Riga 177²2) und seinen „Versuch einer Lebensbeschreibung des Grafen Wilhelm von Fermor v (Reval 1773). Nach 25jährigem Dienste nahm er seinen Abschied und lebte ganz der Schriftstellerei. Aus dieser Zeit stammen seine Hauptwerke: «Livländ. Bibliotheko (3 Bde., Riga 1777) und „Livländ. Jahrbücher »(9 Bde., Riga 1780—83), sowie seine noch nicht herausgegebene 4 Geschichte des livländ. Adels » (12 Bde.), aus welchem letztern Werke er selbst zwei wertvolle Essays: (Graf Heinrich Matthias von Thurn und seine Nachkommeno» (Riga 1780) und (Georg Fahrensbach (Riga 1784), veröffentlichte. G. starb 9.(20.) Juli 1788 in Dorpat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 447Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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