Gafsa, Stadt im südl. Tunis, die nördlichste in der Oase Beläd el-Dscherid (Dattelland), etwa 8d5 Km im NO. von Tuser und 123 EKm im NW. von Gabes, am Wed-Tarfäwi, mit 4000 E., worunter 800 Juden; diese fertigen Burnus, Haiks und Wolldecken. G. ist das alte Capsa, wo die Schätze Jugurthas lagen und von dem sich noch Ruinen finden. Gagarin, eine fürstl. Familie in Rußland, die ihren Ursprung von den einst in Starodub herrschenden Rurikiden ableitet und ihren Hauptsitz in Moskau hat. Der historisch merkwürdigste derselben ist Matwéi Petrowitsch G., Generalgouverneur von Sibirien unter Peter I. Als der Krieg mit Karl XII. für Peter eine üble Wendung nahm, soll G. den Entschluß gefaßt haben, Sibirien von Rußland loszureißen und sich daselbst zum selbständigen Beherrscher zu erheben. Aber ehe er sein Vorhaben ausführen konnte, wurde er festgenommen und 17. Juni 1721 zu Petersburg vor den Fenstern des Senats erhängt, nachdem ihm Peter vergeblich Verzeihung verheißen hatte, wenn er sich selbst schuldig bekenne. — In neuerer Zeit machten sich aus der Jamilte G. bekannt: Paul Gawrilowitsch G., geb. 19. Jan. 1777, welcher die Prinzessin Anna Lapuchin, Geliebte Kaiser Pauls, heiratete und 14. April 1850 starb. Alexander Iwanowitsch G., ausgezeichneter General, nahm an den Kaukasuskämpfen, namentlich an dem Zuge nach Dargo 1845 teil und ward 1847 Militärgouverneur von Kutais. Beim Ausbruch des Kriegs 1853 befehligte er die Milizen an der türk. Grenze und erhielt in der Schlacht von Tscholok (16. Juni 1854) eine schwere Wunde. Zum Generallieutenant befördert und mit dem Kommando der 18. Infanteriedivision betraut, führte er bei dem mißlungenen Sturm auf Kars (29. Sept. 1855) eine Kolonne und ward abermals so schwer verwundet, daß man an seinem Aufkommen zweifelte. Eine Reise nach deutschen Bädern stellte seine Gesundheit wieder her, und im Febr. 1857 erschien er mit dem Titel eines Generalgouverneurs von neuem auf seinem Posten in Kutais. Beauftragt, die Provinz Svanetien unter die unmittelbare Botmäßigkeit Rußlands zu bringen und den Fürsten dieser Landschaft, Konstantin Dadeschkalian, nach Tiflis zu schicken, wurde er von diesem in seinem Schloß angefallen und mit drei Dolchstichen zu Boden gestreckt. Er starb nach fünftägigen Leiden 6. Nov. 1857 zu Kutais. Paul Pawlowitsch G., Wirkl. Geheimrat, —55 sich schon des besondern Vertrauens des Kaiers Nikolaus zu erfreuen, der ihn mit zahlreichen wichtigen Amtern betraute. Unter Alexander II. zum Mitglied des 15. Jan. 1858 zur Aufhebung der Leibeigenschaft eingesetzten Komitee ernannt, wurde er 1864 nach dem Tode des Grafen Bludow Präsident des Ministerconseil und des Reichsrats. Letzteres Amt mußte er im Jan. 1865 an den Großfürsten Konstantin abgeben, dem er jedoch als Stellvertreter zur Seite blieb und den er häufig vertrat. Er starb 4. März 1872 zu Petersburg. Johann G., geb. 1815 zu Petersburg, fungierte schon 1837 als Legationssekretär in Wien und später in Paris, verließ aber 1842 den Staatsdienst, trat zur röm.⸗Kath. Kirche über und ließ sich 1843 zu St.⸗Acheul in den Jesuitenorden aufnehmen. G. wirkt seitdem eifrig für die Interessen der kath. Kirche und gab zu diesem Zwecke eine Reihe von Schriften heraus, unter anderm La Russie sera-telle catholique?o (deutsch, Münst. 1857). Auch war er 1856 Mitbegründer der theol. Zeitschrift Etudes de théologie, dephilosophie et d'histoirer.