FeedGatschina
GeschichteBrockhaus 1882

Gatschina, Stadt im russ. Gouvernement Petersburg, 45 km im Südsüdwesten von Petersburg, an der Petersburg-Warschauer Eisenbahn, in einer flachen, waldreichen und stellenweise sumpfigen Gegend, war früher ein einfaches Landgut, welches Katharina II. dem Fürsten Orlow schenkte, der daselbst 1770 ein schönes, 600 Säle und Zimmer enthaltendes Schloß erbaute und einen anmutigen Park in engl. Stile anlegte. G. wurde 1783 von Katharina den Erben des Fürsten Orlow abgekauft und dem Großfürsten Paul geschenkt, welcher dem um das Schloß entstandenen Orte Stadtrechte verlieh. Gegenwärtig ist G. Privateigentum des Kaisers und Winterresidenz Alexanders III., hat 8890 E., vier russ. Kirchen, eine prot. Kirche, eine kath. Kapelle, ein Findel- und Erziehungshaus, eine Kreis⸗ und eine Gartenbauschule, ein Hospital, eine Versorgungsanstalt für Familien erblindeter Hausväter, ein Armenhaus und mehrere Kasernen. Zu G. wurde am 29. Okt. 1799 ein Allianz⸗ und Garantietraktat zwischen Rußland und Schweden abgeschlossen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 589Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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