FeedCatel (Franz)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Catel (Franz), ausgezeichneter deutscher Maler, geb. 22. Febr. 1778 in Berlin, trat zuerst als Illustrator von Taschenbüchern auf und lieferte unter anderm zehn treffliche Darstellungen zu Goethes „Hermann und Dorotheav (Braunschw. 1799). Im J. 1807 ging er mit seinem Bruder, dem Architekten Ludwig Friedrich C., nach? aris, wo er die Kunstschätze studierte und in Ol zu malen begann. Daneben zeichnete er und fertigte unter anderm ein großes Blatt, den Einzug Napoleons darstellend, sowie die Werietung zu Caros Prachtausgabe der ital. Übersetzung der Aneide. Die Einflüsse der franz. Manier, die er inzwischen angenommen, legte er wieder ab, als er 1811 u einem kürzern Aufenthalt in der Schweiz sich in Rom niederließ, wo er seitdem blieb und die Einwirkung von Car-Rorie Schule erfuhr. Er versuchte sich in der Hitorie, dem Genre und der Landschaft, doch blieb die letztere, die er gern mit Architektur und Staffage ausstattete, später sein ausschließliches Gebiet, das er nur 1834 noch einmal verließ, um für die Luisenkirche in Charlottenburg ein großes, sehr figurenreiches Bild der Auferstehung Christi zu malen. C. wußte die südl. Natur mit Wahrheit und glücklichster Wiedergabe ihrer sonnigen Heiterkeit wiederzugeben. Neapel mit seiner Umgebung, vor allem der Vesuv, Sorrent, Salerno, Sicilien, boten ihm die reichsten Motive. Sein „Rste in in Italien wurde nur 1840 durch eine Reise in Frankreich, England, Holland und Deutschland unterbrochen. Am berühmtesten ist die Kolonnade des St. Petersplatzes in Rom, ein Meisterstück in der Beleuchtung. C. ward 1841 Professor, nachdem er schon 1806 Mitglied der Akademie in Berlin geworden war. Er starb zu Rom 19. Dez. 1856.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 71Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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