Goes (Damiäd de), portug. Diplomat und Historiker, geb. 1501 in der Villa de Alempuez, aus altadeligem Geschlecht stammend, kam mit neun Jahren an den Hof des Königs Dom Manoel und erhielt hier als königl. Edelknabe seine Erziehung. König Johann III. ernannte ihn 1523 zu seinem Geschäftsträger in Flandern, wo er im Auftrage des Infanten Dom Fernando den Stammbaum der Könige von Portugal von Noah bis auf Manoel durch die berühmtesten Maler in Brügge ausmalen ließ. Später wurde er an den Hof des Königs Sigismund von Polen nach Wilna, auch nach Dänemark und Schweden gesandt. Hierauf widmete er sich sechs Jahre in Padua, Rom und andern Orten Italiens ganz histor. Studien, dann kehrte er nach Flandern zurück, wo er eine Dame von niederländ. Adel —/7 und mehrere Jahre in Löwen lebte. Als im Kriege zwischen Spanien und Frankreich 1542 seine Stadt von den Franzosen belagert wurde, leitete er die artilleristische Verteidigung, geriet aber in die Gefangenschaft der Gegner, welche ihn erst gegen hohes Lösegeld freigaben. Im J. 1544 abermals ins Vaterland zurückberufen, erhielt er zwei Jahre darauf das Amt als Vorstand des Staatsarchivs und Historiograph des Königreichs. Die mit der Gegenreformation neu erstarkte Inquisition unterbrach 1571 die Stille fast 30jähriger Studien. G. ward seiner Stellung beraubt und in einem Kloster festgehalten. Doch scheint er später die Erlaubnis erhalten zu haben, in sein Haus heimzukehren, und hier gestorben zu sein (um 1573). Außer vielen lat. be hint (besonders historischen und geographischen) hinterließ er als Hauptwerke in portug. Sprache die beiden Chroniken der Könige Dom Manoel und Dom Jodo II.