FeedGalbänum
NaturlehreBrockhaus 1882

Galbänum oder Mutterharz heißt eine aus Asien kommende Drogue, ein Gummiharz, welches die in Persien und am Aralsee einheimische Ferula galbaniflua oder eine dieser nahe verwandte Art derselben Umbelliferengattung liefert. (S. Ferula.) Das G. kommt teils über Ostindien, teils über Kleinasien in den Handel und zwar in zwei Sorten, als G. in Thränen und als G. in Massen. Ersteres bildet erbsen- bis nußgroße, rundliche, weiß-, rötlich-oder bräunlichgelbe, durchscheinende, im Bruch gelbliche oder weiße, wachsglänzende Körner von eigentümlich balsamischem Geruch und brennendscharfem, bitterm Geschmack. Die zweite Sorte besteht aus unregelmäßigen, weichen, knetbaren, grünlich-, hell-oder dunkelbraunen Stücken, welche meist viele fremdartige Körper umschließen. Die Hauptbestandteile beider Sorten sind 7 Proz. ätherisches ol, über 50 Proz. Harz, 3 Proz. Gummi, welches mit dem Bassorin übereinstimmt, und außerdem Mineralbestandteile. Mit Alkali geschmolzen bildet G. Resorcin (s. d.), mit Salpetersäure oxydiert Oxypikrinsäure und Camphresinsäure. Das G. dient in der Medizin und zur Bereitung von Kitten. Für den pharmaceutischen Gebrauch soll das Harz nach Angabe der Pharmakopöe bei Frostkälte gepulvert und durch Absieben u. dgl. befreit werden. Eine weit wirksamere Reinigung wird aber nach E. Dieterich (Chemische Fabrik Helfenberg bei Dresden) bei diesem wie bei andern Gummiharzen, Asa foetida, Ammoniakum, auf nassem Wege erzielt, wobei man 10 kg Gummiharz mit 2,5 1 Weingeist von 90 Tr. über Nacht in einem eisernen, emaillierten Kessel stehen läßt, dann auf etwa 40“ erwärmt und mit einer hölzernen Keule so lange bearbeitet, bis keine unzerriebenen Teile mehr wahrnehmbar sind. Die Masse wird emit weitern 2,51 Weingeist verdünnt und in kleinen JAnteilen durch ein sehr feinmaschiges Messingsieb ogerieben; die gesamten Rückstände werden noch⸗ „(mals mit 2,5 1 Weingeist bearbeitet und gesiebt. Die durch das Sieb gegangene Flüssigkeit wird durch Dekantieren weiter gereinigt und schließlich bei einer 50 nicht übersteigenden Temperatur verdampft, bis der Alkohol verdunstet ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 461Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6