FeedGalium L.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Galium L., Pflanzengattung aus der Familie der Rubiaceen, deren vorzüglich in Europa und den Mediterranländern vorkommende Arten der Mehrzahl nach Kräuter, zum kleinern Teil Halbsträucher sind. Sie besitzen quirlständige (zu 4, 6, 8—12 um die Knoten des Stengels gestellte), ganze Blätter und kleine, meist weiße, selten gelbe o er rote Blüten, welche gewöhnlich in gabelteilige, oft rispig gruppierte Trugdolden geordnet sind seltener einzeln oder büschelig in den Blattwinkeln stehen. Jede Blüüte hat eine vierteilige, radförmige Blumenkrone und einen unterständigen Fruchtknoten, aus dem sich eine zweisamige Spaltfrucht entwickelt. Die bei uns vorkommenden Arten wachsen meist auf Wiesen und in Hecken und sind unter dem Namen Labkraut bekannt. Eine auf bebautem Boden als Unkraut auftretende Art mit langen, vierkantigen, scharfen Stengeln und scharfrandigen Blättern, mit denen sie sich leicht an wollene Kleidungsstoffe anheftet, ist das bekannte Klebkraut, G. Aparine L. Der Name Labkraut stammt da-Iu daß diese Kräuter die Milch gerinnen machen. In England benutzt man die Blüten des auch bei uns auf Sandboden häufig wachsenden gelben Labkrauts (G. verum L.) bei der Bereitung des berühmten Chesterkäses. Früher war sowohl 6. Verum als auch andere Arten, wie 6. Mollugo L., offizinell.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 472Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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