Galuppi (Baldassare), ital. Komponist, geb. 18. Okt. 1706 auf der Insel Burano bei Venedig, daher er auch den Beinamen Buranello führte, erhielt den ersten tonkünstlerischen Unterricht von seinem Vater, einem musikdilettierenden Barbier, und ließ bereits mit 16 Jahren in Venedig, wo er sich durch Orgelspielen in verschiedenen Kirchen seinen Unterhalt verdiente, eine Oper 4Gli amici rivalio aufführen. Das Werk zeigte noch alle Spuren ungenügender Vorbildung, gab aber doch Zeugnis von unleugbarem Talent, sodaß der berühmte Benedetto Marcello sich bewogen fühlte, G. sein Interesse zu schenken und ihn der Leitung des trefflichen Lotti zu übergeben. Bei diesem studierte G. mit Eifer die höhere Komposition, wandte sich dann nach Beendigung dieser Studien 1729 mit der Oper Dorindas, zu der ihm sein Gönner Marcello den Text gedichtet, wieder der Bühne zu und errang günstigen Erfolgn. Die Bahn war damit eröffnet, und G. ließ nun Oper auf Oper folgen, die schließlich die Zahl von etwa 70 erreichten, und von denen die meisten entschieden gefielen, besonders wegen ihrer melodischen Frische und Fülle. In Bezug auf die musikalisch-dramatische Charakterisierung leistete G. in der Opera buffa, die besonders in seiner Vaterstadt heimisch war, mehr als in der Oper ernsten und heroischen Charakters; letztere zeigt sich bei ihm schon bedeutend verflacht. Von seinen komischen Opern sind unter andern anzuführen: II mondo della luna , Le virtuose ridicole v, II mondo alla rovescia v, Il marchese villanoo und «Il puntiglio amorosob. Von 1741 an lebte G. einige Jahre in London und brachte daselbst verschiedene Opern auf die Bühne. Seit 1762 war er Kapellmeister an der Markuskirche seiner Vaterstadt und Maéstro am Konservatorium degli Incurabili, ging aber 1765 nach Petersburg, wo er bis 1768 als kaiserl. Kapellmeister und Hofcompositeur wirkte. Nach Venedig zurückgekehrt, wirkte er wiederum in seinen frühern Verhältnissen, bis er 3. Jan. 1785 starb.