Saliéri (Antonio), ital. Komponist, geb. zu Legnano im Venetianischen 19. Aug. 1750, hatte seinen ältern Bruder Francesco und den Organisten Simoni zu Lehrern im Violinspielen, Singen und Klavier, kam im Alter von 15 J. nach Venedig, wo Kapellmeister Pescetti und der Sänger Pacini ihm Unterricht gaben. Der wiener Hofkapellmeister Florian Gaßmann brachte ihn nach Wien. Hier kam 1770 seine erste Oper Le donnè letteratey mit Erfolg zur Aufführung, welcher bis 1774 acht andere Opern folgten, die seinen Ruf so befestigten, daß er dem 1774 verstorbenen Lehrer Gaßmann als kaiserl. Kammerkompositeur und Dirigent der ital. Oper nachfolgen konnte. Sein Vorbild wurde jetzt Gluck, der ihm auch die Komposition des aus Paris mitgebrachten Libretto zu den «Danaideso übertrug. Im J. 1784 kam die Oper zu Paris mit großem Erfolg zur Aufführung. Erst nach der 13. Vorstellung erschien aber in den pariser Journalen ein Brief Glucks, der S. für den alleinigen Komponisten der Danaides » erklärte. S., noch 1784 wieder nach Wien zurückgekehrt, schrieb die grotta di Trofoniop (letztere im Wetteifer mit Mozarts Figarop) und Prima la musica, poi le parolev. Er begab sich sodann 1786 zum zweiten mal nach Paris, wo er Les Horaces v mit geringem Erfolg, 1787 Tarares (Text von Beaumarchais) hingegen mit größtem Beifall in Scene brachte. Diese letztere Oper überarbeitete er 1788 für die ital. Bühne, und sie machte in dieser Umgestaltung als Axur, 1ë d'Ormus », sowie in der Übersetzung als Axur, König von Ormus v auch in Deutschland viel Glück. Als er an Bonnos Stelle Hofkapellmeister ward, überließ er 1790 die Operndirektion seinem Zögling Jos. Weigl. S. schrieb noch bis 1804 einige ital. Opern, später nur kleinere Werke und Kirchenstücke und starb 7. Mai 1825.