Gambe, ital. Viola da Gamba, d. i. Kniegeige, franz. Basse de Viole, ein gegenwärtig nicht mehr Wolpnelo⸗ Bogeninstrument, welches, wie das ioloncello, zwischen den Knien gehalten wurde und überhaupt von diesem in Ansehung des Baues, der Größe u. f. w. nicht merklich unterschieden war, jedoch einen weniger starken und mehr näselnden, dabei aber angenehmen, einschmeichelnden Ton hatte. Bezogen waren die G. zuerst mit sechs, in D, G, c, e, a, d gestimmten Darmsaiten: später fügte man noch eine siebente hinzu, überspann die drei tiefsten, und die Stimmung hieß nun: D, G, o, e, a, d, g. Auf dem Griffbrett waren Bunde angebracht, welche, wie bei der Guitarre, den Fingern ihre Stelle anwiesen. Als das Vaterland der G. wird England genannt, von wo sie nach Italien, Deutschland und Frankreich kam, überall der größten Beliebtheit genießend. Seit der Mitte des 18. Jahrh. wurde sie indes mehr und mehr vom Violoncello verdrängt, und mit Karl Friedr. Abel ging 1787 in London der letzte große Virtuos auf der G. zu Grabe. — In der Orgel ist G.oder Viola da Gamba der Name eines lieblichen, den Ton jenes Bogeninstruments nachahmenden achtfüßigen Registers.