Gambesson, s. Gambison. Gambetta (Leon, eigentlich Napoléon), hervorragender franz. Staatsmann, geb. 30. Okt. 1838 zu Cahors aus einer genuesischen Familie, studierte die Rechte und ließ sich 1859 in Paris als Advokat nieder. Bei den Wahlen zum Gesetzgebenden Körper 1863 nahm er zuerst einen thätigen Anteil an der Wahlagitation der republikanisch gesinnten Linken und machte sich durch rastlose Thätigkeit und leidenschaftliche Kühnheit neben seinen damals berühmten 3. 2s um e Favre, Crémieux u. s. w. bemerklich. Als im Dez. 1868 der Minister Pinard die Raaf urn welche die Subskription zu einem Denkmal für den am 3. Dez. 1851 auf den Barrikaden gefallenen Volksvertreter Baudin eröffnet hatten, gerichtlich verfolgen ließ, übernahm G. die Verteidigung eines der angeklagten Redacteure und hielt dabei eine feurige Rede, worin er den Staatsstreich vom 2. Dez. und das zweite Kaisertum auf das schonungsloseste angriff. Von daher stammt sein Ruf als Anwalt und Polit. Redner, und wie er seitdem öfters zu polit. Plaidoyers herangezogen wurde, so feierte die radikale Partei ihn bei jeder Gelegenheit als einen der Unversöhnlicheno. Bei den Wahlen von 1869 wurde G. sowohl zu Paris wie zu Marseille in den Gesetzebenden Körper gewählt und erregte durch seine eredsamkeit großes Aufsehen. Am 15. Juli 1870 tadelte er zwar das Verfahren der Regierung bei der Kriegserklärung, stimmte aber für die verlangten Kredite. Nachdem Napoleon III. bei Sedan den deutschen Waffen erlegen und der Gesetzgebende Körper auseinandergesprengt war, zog G. an der Spitze eines Volkshaufens nach dem pariser Stadthause, um die dritte Republik auszurufen, und übernahm in der «Provisorischen Regierung der nationalen Verteidigunge das Ministerium des Innern (4. Sept.). Anfangs blieb G. als Regierungsmitglied in Paris: aber bald wurde er beauftragt, die Leitung der in Tours eingesetzten Regierungsdelegation zu übernehmen und verließ Paris 7. Okt. im Luftballon, stieg in Amiens nieder und reiste von da nach Tours, wo Crémieux auch das Departement des Kriegs an ihn abgab. Seitdem übte G. thatsächlich die Diktatur aus, um alle Kräfte der Provinzen zum Entsatz der belagerten Hauptstadt anzuspannen. Es gelang ihm, die autonomen Gelüste, welche sich in Marseille und andern Provinzialhauptstädten regten, zu überwinden und alle Kräfte des Widerstandes in seiner Hand zusammenzufassen. In fanatischen Proklamationen wurde das Volk zum Vernichtungskriege aufgerufen und alle waffenfähige Mannschaft aufgeboten. Die Aufstellung der Nordarmee, der Loire-Armee und später der Ostarmee war sein Werk. Die phantastische Hoffnung jedoch, mit unausgebildeten, neu zusammengestellten Scharen gegen geschulte Truppen im offenen Felde etwas auszurichten, schlug 005 und auch die terroristische Weise, in welcher G. gegen unglückliche Heerführer und widerspenstige Beamte verfuhr, konnte das Geschick des Kriegs nicht ändern. Die deutschen Heere drangen immer weiter vor, sodaß G. selbst Mitte Dezember mit der Regierungsdelegation nach Bordeaur flüchten mußte. Als endlich die pariser Reierung sich zur Kapitulation bequemte, trat die ece de in ganz Frankreich so mächtig hervor, daß G. sich nicht direkt zu widersetzen wagte und in den Waffenstillstand, sowie in die Berufung einer Nationalversammlung willigte. Aber er bezeichnete in seiner Proklamation vom 31. Jan. 1871 den Vernichtungskrieg als das bleibende Endiel nationaler Politik. Zugleich versuchte er der nftigen Nationalversammlung ein einseitig republikanisches Gepräge aufzudrücken, indem er durch Dekret von demselben Tage Lalle Mitschuldigen der Regierung vom 2. Dez.v (d. h. alle vormaligen Minister, Staatsräte, Senatoren, Präfekten und ofsiziellen Kandidaten des zweiten Kaiserreichs), so- wie die Mitglieder aller vormals in Frankreich regierenden Häuser von der Wählbarkeit ausschloß. Auf Einspruch Bismarcks, welcher für die „Iien mäßig ausbedungene volle Freiheit der Wahlen eintrat, hob jedoch die pariser Regierung das Dekret vom 31. Jan. auf, und G. legte darauf 6. Febr. sein Amt als Regierungsmitglied und Minister nieder. Von zehn Departements in die Nationalversammlung gewählt, nahm er das Mandat für den Niederrhein an. Bei der Abstimmung vom 1. März stimmte er gegen den Frieden und legte zugleich, wie die übrigen Deputierten der abgetretenen Provinzen, sein Mandat nieder. Kurze Zeit brachte er in der Zurückgezogenheit in San-Sebastian zu. Bei einer Ergänzungswahl aufs neue in die Nationalversammlung gewählt, trat er 2. Juli 1871 in dieselbe ein und übernahm die Führung der äußersten Linken. Die zahlreichen Angriffe, welche seine Diktatur von Tours und Bordeaur in der Versammlung erfuhr, schreckten ihn nicht: er griff die Monarchisten, besonders die Bonapartisten, bei jeder Gelegenheit aufs heftigste an, zog sich dadurch 9. Mal 1874 am Bahnhof Saint-Lazare die thätliche Beleidigung eines Bonapartisten zu, suchte auf wiederholten Rundreisen die Bevölkerung für die Herstellung der Republik zu gewinnen, agitierte für Auflösung der in ihrer Mehrheit monarchischen Nationalversammlung, veranstaltete eine Massenpetition für die Auflösung und unterstützte die zu diesem Zwecke Rucht Anträge. Als er erkannte, daß die Republik nicht zu gründen sei, wenn sie nicht eine gemäßigte Haltung einnehme, stimmte er für die Verfassung vom 25. Febr. 1875⁵, obgleich das Wallonsche Senatsgesetz und anderes seinen polit. Ansichten nicht ganz entsprach. Bei den nach Auflösung der Nationalversammlung stattfindenden Wahlen vom 20. Febr. 1876 errang G. einen glänzenden Sieg: in vier großen Städten (Paris, Marseille, Bordeaux, Litle) gewählt, trat er als Vertreter von Belleville (Paris) mit gegen 300 Republikanern in die Kammer ein, trennte sich zwar immer mehr von seinen frühern radikalen Freunden, gewann aber ebendadurch an Einfluß unter den gemäßigten Republikanern. In die Budgetkommission gewählt und von dieser 4. April 1876 zu ihrem Präsidenten ernannt, beabsichtigte er eine durchgreifende Reorganisation des Steuerwesens, konnte jedoch nur wenig erreichen. Dem Klerikalismus trat er zwar in Frankreich selbst innerhalb und außerhalb der Kammer entschieden entgegen, strebte aber doch dahin, daß Frankreich auswärts die alte Rolle eines Patrons der kath. Kirche auch ferner behaupte. Sein Preßorgan war das am 5. Nov. 1871 gegründete Journal La République francaise v, welches er zeitweilig selbst redigierte. In den innern Angelegenheiten blieb G. seinen frühern radikalen Ehestdie Har treu und belämpfte bei jeder Gelegenheit die Bonapartisten, unterstützte die Regierung in allen auf die Reorganisation des Heeres und die Verstärkung der Kriegsmacht Frankreichs bezüglichen Fragen und behenche als anerkanntes Haupt der republikanischen Partei die Kammer. Erst als die gegen die Republik gerichteten Umtriebe der Klerikalen deutlich zu Tage getreten waren, griff G. 4. Mai 1877 energisch die kath. Geistlichkeit an und protestierte gegen den für den 16. Mai geplanten, von der klerikalen Partei angezettelten Staatsstreich. Er bereiste die Provinzen und bewirkte durch seine Agitationsreden die Wiederwahl von 363 republikanischen Deputierten, griff öffentlich auf einem Bankett zu Lille 15. Aug. den Präsidenten der Republik, Marschall Mac-Mahon, mit großer Schärfe an (eil faudra se soumettre ou se 5 und wurde dafür vom pariser Zuchtpolizeigericht zu 3 Monaten Gefängnis und 2000 Frs. Geldstrafe verurteilt. Wegen eines zweiten beleidigenden Angriffs gegen das Staatsoberhaupt erfolgte bald darauf nochmals eine Verurteilung; doch wagte die Regierung nicht, diese beiden Urteile an G. vollstrecken zu lassen, und die Wahlen vom 14. Okt. sielen 0 Gunsten der Republikaner aus, worauf sich Marschall Mac-Mahon 13. Dez. unterwarf. G. übte nunmehr als Führer der Majorität und Präsident des Budgetausschusses der Kammer einen fast unbeschränkten Einfluß auf die Leitung der Staatsgeschäfte aus und beherrschte thatsächlich die ganze Verwaltung, ohne für die Maßnahmen der Regierung irgend welche Verantwortung zu tragen. Als auch die Senatswahlen am 5. Jan. 1879 ein für die Republikaner günstiges Ergebnis lieferten, wurde G. 31. Jan. mit großer Majorität (314 von 405 16r Hewüs zum Präsidenten der Deputiertenkammer gewählt und bewahrte auch in dieser Stellung seine gemäßigte polit. Haltung, schmeichelte —7 daneben gelegentlich den radikalen Elementen seines Wahlkreises. Im J. 1879 erschien eine Ausgabe seiner sämtlichen Reden, und 21. Juni 1880 setzte G. durch eine große Rede die allgemeine Amnestie der Communards durch und erfüllte damit die Forderung der Radikalen. In allen Verwaltungszweigen brachte G. seine Anhänger in die einflußreichen Stellungen, aber bei der Auswahl der betreffenden Männer hatte er keine glückliche Hand; denn dieselben erwiesen sich allenthalben, ganz besonders aber im Bereiche der Militärverwaltung, als gänzlich unfähig. G. veranlaßte die Verleihung der republikanischen Feldzeichen an die Armee am Nationalfeste (14. Juli) 1880, begleitete im August den Präsidenten der Republik Gréevy nach Cherbourg zur Flottenschau und trat hier äußerst demonstrativ auf. Auf dem Bankett der Handlungsreisenden hielt er eine feurige chauvinistische Rede und stellte die Revanche in sichere Aussicht. Zu diesem unvorsichtigen Verlhalten ließ sich G. wohl durch die Unterschätzung des 4* in staatsmännischer Hinsicht überlegenen, aber die eigene Persönlichkeit weniger in den Vordergrund stellenden Präsidenten Grevy, sowie durch den in England eingetretenen Ministerwechsel fortreißen und glaubte ernstlich an die Möglichkeit, im Bunde mit Großbritannien und Rußland den Frankfurter Frieden vernichten zu können. Da G. die Mut für gekommen hielt, in der auswärtigen Politik Frankreichs neu erstandene Macht zu zeigen, wollte er Griechenlands Ansprüche nachdrücklich unter-Ustützen, was der vorsichtige Minister Freycinet indessen ablehnte. Im September nötigte G. zwar Freycinet zum Rücktritt, übernahm jedoch nicht, wie erwartet wurde, felbst die Leitung der Geschäfte, sondern blieb in seiner bisherigen unverantwortlichen Stellung, welche bei seinem großen persönlichen Einflusse jede geordnete Regierung unmöglich machte. Der Nepotismus erreichte einen Umfang, wie nie zuvor, auch nicht unter dem Kaiserreiche; das Heer und die Flotte wurden in der Mannszucht erschüttert, in das polit. Parteitreiben hineingezogen und durch rasche Beförderung unfähiger, aber politisch enipfohlener Persönlichkeiten auf lange hin schwer geschädigt; in der Verwaltung erntete ein schamloses Strebertum reiche Erfolge und gewann die einflußreichsten Stellungen, und auch der Richterstand wurde zuletzt korrumpiert. Viele eifrige Republikaner verließen im Unmut über diese Zustände den Staatsdienst und die Armee, um bessere Zeiten abzuwarten. Nur der Minister des Außern, Barthelemy Saint-Hilaire, nahm auf G.s Wünsche keine Rücksicht; er hielt alle Einmischungsversuche von sich fern, und wies in seiner Note vom 24. Dez. 1880 die Ansprüche der Griechen, denen G. die Hilfe Frankreichs in bestimmte Aussicht gestellt hatte, nachdrücklich zurück. Hierdurch fiel G.s Plan, durch einen Angriff Griechenlands gegen die Türkei einen Ditpme zu entflammen, welcher die Möglichkeit bieten könne, Elsaß⸗-Lothringen zurückzuerobern, in sich zusammen. Ein Versuch G.s, den Minister des Außern 2. Febr. 1881 durch eine von Proust in der Kammer eingebrachte Interpellation zu stürzen, mißglückte, weil die Kammer die friedliche Politik des Ministers billigte; doch ließ G. durch den Kriegsminister Farre, der ihm sein Amt verdankte, dennoch 30000 Gewehre aus franz. Magazinen an griech. Agenten abliefern und einen General (Thomassin) nach 2ot Miuuim senden, leugnete indessen 21. Febr. jede Mitwirkung hierbei, sowie jeden Einfluß auf die Regierung zum allgemeinen Erstaunen ab. Er richtete seine Thätigkeit dann zumeist auf die Einführung des Listenskrutiniums (Antrag Bardoux), welche ihm die sichere Aussicht gewährte, gleich Thiers in vielen Departements zugleich gewählt zu werden, und die Möglichkeit geboten hätte, den mehr und mehr unter die Herrschaft des äußersten Radikalismus kommenden Wahlbezirk Belleville in unauffälliger Weise aufzugeben. Am 19. Mai 1881 nahm die Kammer mit geringer Majorität (acht Stimmen) die Listenwahl an, worauf G. triumphierend nach Cahors reiste und unterwegs mit allen Ehren eines Herrschers von den Behörden, weniger von der Bevölkerung, empfangen und gefeiert wurde. Dieses unbedachte Verhalten erregte indessen das Mißfallen Grevys und aller gemäßigten Parteien und war großenteils die Veranlassung dazu, daß der Senat 9. Juni die Listenwahl ablehnte. Auch die Kammer wies G.s Ansinnen, sich aufzulösen und Neuwahlen stattfinden zu lassen, ab, doch kam die Regierung seinen Wünschen einigermaßen entgegen, indem sie die Neuwahlen dem Schlusse der Session (29. Juli) sehr bald (21. Aug.) folgen ließ. G. trat mit Aufbietung aller Kraft in die Wahlagitation ein, stellte ein vollständiges Programm für die Reorganisation der gesamten Staatsverwaltung und des Heerwesens (13. Aug. in einer zu Paris gehaltenen Rede) auf und berief für jedes Departement zuverlässige, auf sein Programm verpflichtete Wahlkandidaten. Er selbst ließ sich in Belleville aufstellen und suchte sich durch chauvinistische Reden bei den Massen beliebt zu machen; doch haßten ihn die Radikalen als einen Abtrünnigen und Ehrgeizigen, der nach der höchsten Gewalt strebe, aber weit davon entfernt sei, nach deren Erlangung etwas für das Volk thun zu wollen, und G. erlangte bei der Wahl nur eine ganz geringfügige Majorität, während im Lande sonst 374 seiner unbedingten Anhänger in die Kammer gewählt wurden. Dieser Erfolg bestimmte ihn, an die Spitze der Regierung zu treten, und 14. Nov. bildete er aus seinen nächsten Freunden ein neues Ministerium, in welchem er die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten selbst übernahm. Am 14. Jan. 1882 legte G. der Kammer seinen Entwurf zur Umgestaltung der Staatsverfassung vor, welcher unter anderm die sofortige Einführung des Listenskrutiniums verlangte. Indessen hatte sich auch unter den Republikanern die Zahl der Gegner Gis vermehrt, und 26. Jan. lehnte die Kammer mit großer Majorität (305 gegen 119 Stimmen) die Listenwahl ab, worauf G. die Leitung der Regierung, welche er nur zehn Wochen geführt hatte, unverzüglich niederlegte. Sein Abgang machte weder in Frankreich noch im Auslande großen Eindruck, denn G. hatte sich als nicht befähigt zur Leitung des Staatsschiffs erwiesen und deshalb sehr an Ansehen und Einfluß verloren. Seine unruhige Politik isolierte Frankreich von allen Mächten und legte den Grund zu mehrern kriegerischen Verwickelungen (Tunis, Congo, Tongking), welche bedeutende Mittel in Anspruch nahmen und nur wenig Vorteil in Aussicht stellten. An G.s Stelle übernahm nun der friedliebende Freycinet die Leitung der Regierung und gleichzeitig der auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs. Im Frühjahr 1882 wurde G. von der Kammer zum Vorsitzenden des Militärausschusses ernannt und äußerte in dieser Stellung einen für den Ausbau der franz. Wehrverfassung sehr schädlichen Einfluß, indem er den Regierungsvorlagen regelmäßig eigene Entwürfe entgegenstellte und dadurch die Verhandlungen unendlich in die Länge zog. Kein einziges Reorganisationsgesetz kam zu Stande, solange G. lebte. Am 1. Juni griff G. den Ministerpräsidenten Freycinet heftig wegen der in Agyypten verfolgten Politit an, doch ließ sich die Kammer nicht mehr durch ihn Eaabende sondern entschied sich für Freycinet. Als aber dieser gegen Ende Juli von der Kammer die Mittel verlangte, um ein kleines franz. Korps nach dem Suezkanal zu senden, gelang es G., die Ablehnung dieser Vorlage herbeizuführen, wodurch Freycinet gestürzt wurde. Auf das neue Ministerium Duclere übte sodann G. wieder bedeutenden Einfluß aus, da fünf Minister ihm blindlings folgten. Schon hieß es, daß G. den Sturz des Präsidenten der Republik vorbereite, als ersterer am 26. Nov. in seinem einst von Balzac bewohnten Landhause zu Ville d' Avray bei Sevres von einer frühern Geliebten, Leonie Leon (der Mutter seines in Leipzig und Dresden erzogenen Sohnes Massabie), mittels eines Revolverschusses am Arme verwundet wurde. Infolge einer Erkältung entwickelte sich eine Unterleibsentzündung, welche einen sehr bösartigen Verlauf nahm und 31. Dez. 1882 fünf Minuten vor Mitternacht den Tod G.s herbeiführte. Die Bestattung fand 6. Jan. 1883 vom Palais-Bourbon aus auf Staatskosten in glänzendster Weise auf dem Pĩre-Lachaise statt, von wo aus auf Verlangen des Vaters die Leiche nach Nizza gebracht und dort 13. Jan. ebenfalls unter großen Feierlichkeiten beigesetzt wurde. Mit G. verlor die republikanische Partei ihre bedeutendste Kraft, welche namentlich den Radikalen mit Nachdruck entgegenzutreten wußte, aber auch zugleich die Verkörperung der Revanche-Idee war. (S. unter Frankreich, Geschichte.) Vgl. von der Goltz, KLeon G. und seine Armeen» (Berl. 1877; auch französisch, Par. 1877); Bartling, Leon G. v (in Unsere Zeite, Jahrg. 1883, I).