Gambir, ein dem Catechu verwandtes Pflanzenextrakt, welches vielfach Verwendung in der Lederbereitung und Färberei findet. Es wird namentlich auf Sumatra und Bintang gewonnen. Die Stammpflanze ist Nauelea Gambir Hunt. (Uncaria Gambir Roæb.). Dieselbe wird auf den genannten Inseln zum Zweck der Gambirgewinnung in umfangreichem Maßstabe kultiviert. Von den dreijährigen Pflanzen werden jährlich zweibis viermal Blätter und junge Zweige abgeschnitten. Letztere werden mit Wasser fünf bis sechs Stunden lang ausgekocht, worauf das Dekokt zur Sirupsdicke verdunstet wird. Den Rückstand versetzt man meist mit Palmensago, läßt ihn dann in hölzernen Behältern oder in Bambusrohren erstarren und schneidet ihn in Scheiben, die an freier Luft im Schatten getrocknet und häufig zu Würfeln zerschnitten werden. Im frischen dei tande ist der G. weiß, wird aber nach einiger Zeit dunkel; die im Handel befindlichen Würfel sind außen braun, innen gelb, glanzlos, von erdigem Ansehen, geruchlos, von zusammenziehendem, süßlichem Geschmack. In kaltem Wasser ist G. schwer löslich, in heißem dagegen leicht und gibt eine etwas trübe, bräunlich gefärbte, kaum sauer reagierende Flüssigkeit, die auf Zusatz von Eisenoxydsalzen grün gefällt wird. Er besteht vorwiegend aus mikroskopisch kleinen D16915, Hänge von Catechugerbsäure. Im Handel wird G. häufig mit Catechu (s. d.) verwechselt. Vgl. Wiesner, «Die Rohstoffe des Pflanzenreichso (Lpz. 1873).