Indigo, einer der wichtigsten Farbstoffe, welcher zum Färben der verschiedensten Gespinstfasern dient und dessen Farbe sich durch hohe Schönheit und größte Echtheit auszeichnet. Zur Gewinnung dienen verschiedene, ursprünglich in Ostindien heimische, später aber in die verschiedensten tropischen und subtropischen Länder verpflanzte und kultivierte Indigoferen. Von diesen sind die wichtigsten Indigofera tinctoria L., I. anil L., I. argentèa LHer., I. disperma L.; ferner werden benutzt I. pseudotinctoria R. Br., I. angustifolia L. u. v. a. Der J. ist nicht als solcher in den Pflanzen enthalten, sondern er entsteht aus einer Muttersubstanz, welche als Iudioopft (s. d.) bezeichnet ist, durch Gärung. Die Indigopflanzen werden zur Zeit der Blüte dicht uber dem Boden abgeschnitten und meist im frischen, selten im getrockneten Zustande verarbeitet. Sie werden dabei in Stücke zerschnitten und in geräumigen Behältern mit Wasser übergossen. Der Saft gerät nach kurzer Zeit freiwillig in Gärung, es bildet sich eine Schaumschicht und ein ammoniakalischer Geruch macht sich geltend. In diesem Zustande wird die in Ammoniak gelöste, Indigweiß enthaltende v ie urh in andere Behälter abgezogen, in denen a e durch anhaltendes Schlagen und Rühren mit — Schaufeln in innigste Berührung mit der Luft ge⸗(1 bracht wird. Der gelblichgrüne Saft färbt sich blau, u indem das Indigweiß zu Indigblau oxydiert wird, s letzteres ist unlöslich und scheidet sich bei ruhigem Stehen als schlammiger Niederschlag ab. Nach dem Abziehen der klar gewordenen Flüssigkeit wird der Niederschlag an der Sonne getrocknet und im halb⸗ 9 trockenen Zustande zu viereckigen Stücken geschnitten, die dann völlig ausgetrocknet werden. f Im Handel unterscheidet man folgende Indigo-l sorten: 1) Ostindischer J. (von Bengalen, Madras, Koromandel, Java, Manilla): 2) Afrikanischer (von Agypten, vom Senegal); 3) Amerikanischer J. (von Carolina, Neuorleans, Mississippi, Mexiko, Guatemala, Caracas, Brasil, Domingo, Cuba). Der J. als solcher ist keine chem. Verbindung, sondern ein Gemenge verschiedener Substanzen, von denen die einzig wertvolle das Indigblau (. d.) ist, außerdem finden sich darin Indigleim, Indigbraun,. f Indigrot und verschiedene andere Stoffe; nicht selten ist der J. mit Sand und Erde verfälscht. Als äußere I „ der Güte dient seine mehr oder weniger große Festigkeit, sein Aussehen, sein Gewicht. Die leichtesten, tiefblau gefärbten, beim Reiben kupfrigrot glänzend werdenden Stücke gelten als die besten. ö