Gangsri, Gangri, Tise Gangri oder Kailasch, eine asiat. Gebirgskette in Tibet, mit welcher der hohe tibetan.Wall auf der Südseite dem Himalaja am nächsten tritt und welche dem Himalaja parallel von NW. nach SO. zieht, den obersten Teil des Induslaufs 150 km weit scheidend von dessen lintem Nebenflusse, dem Gartokflusse, und weiter im SO. die Indusquellen von denen des Satledsch. Hier liegen die heiligen Seen der Hindu in 4663 m Höhe, nämlich der Manasaravar (oder Mansaraur), d. h. der See, geschaffen aus Brahmas Geiste, tibetan. Tso-maphany und der Rakus-Tal oder Rawan-Rhad, tibetan. Langak-tso oder Oma-tso, d. h. Milchsee, beide mit süßem Wasser. Im O. des erstern entspringt in etwa 4630 m Höhe der Brahmaputra und in derselben Gegend der Indus aus dem Singge-kha-bab, d. h. Löwenmaul, und der Satledsch aus dem Lang-chen-kha-bab, d. h. Elefantenmaul. Den G. hat bis jetzt noch kein Europäer betreten. Nach den durch Hindus erhaltenen Nachrichten ist der höchste Gipfel der 6770 m hohe Garingbotsche oder Kailasch-Parbat, d. h. Kailasch-Berg, tibetan. Ri-gyal, d. h. König der Berge, mit der auffallendsten Gipfelgestaltung im gesamten Himalajasystem; er galt den alten Indiern für den höchsten Berg der Erde und für den Sitz der Götter. Seine Gestalt ahaeht einem rohen Pandu-Tempel, dessen Spitze abgebrochen ist. Er steht im N. der heiligen Seen und erhebt sich 2038 m über die Thalsohle. Westlich von ihm steht der 6705,5 m hohe Tisé; 1 nördlicher erhebt sich rechts vom Indus der 7315 m hohe Aling-Gangsri. Dieser ganze südwestl. Teil des hohen Randes von Tibet heißt auch das Tschomoranggebirge.