Gangsystem nennt man eine Art der Unternehmung 19. Ju Arbeiten, die in den vierziger Jahren des 19. Jahrh. in einigen Gegenden Engands üblich war und wegen ihrer schlimmen Folfn namentlich in sittlicher Beziehung, die öffentiche Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Landwirte, welche eine größere Anzahl Arbeiter brauchten, wendeten sich an einen sog. cgangmaster », der auf eigene Rechnung einen gango, eine Arbeitertruppe von der erforderlichen Stärke, an die Arbeitsstelle schickte, unter Aufsicht arbeiten ließ und wieder zurückführte. Diese Arbeiter waren meistens heimatlos, und das ganze Verfahren wurde hauptsächlich dadurch hervorgerufen, daß manche große Grundbesitzer keine neuen Arbeiterwohnungen auf ihren Gütern bauten, vielmehr die vorhandenen verfallen ließen und dadurch viele Arbeiter aus ihren heimatlichen Kirchspielen verdrängten. Noch schlimmer wirkte das G. dadurch, daß zu den „Gängeno stets auch viele Weiber und Kinder gehörten, die sittlich vollständig verwildern mußten. Auch drückten die Gangmeister, um von den ihnen gezahlten Accordpreisen möglichst viel Gewinn zu erübrigen, die Löhne in 4. Die 10 und oft mißbräuchlicher Weise herab. ie Wandertruppen ital. Arbeiter, die in der neuesten Zeit in Deutschland und andern Ländern vielfach verwendet werden, sind mehr genossenschaftlich organisiert, und in noch höherm Grade gilt dies von den wandernden Artellen in Rußland.