Freiwächter war ehemals eine Bezeichnung für Beurlaubte, welche vom Wachtdienste befreit waren und bürgerliche Gewerbe treiben oder sich als Arbeiter verdingen durften. Nach der von König Friedrich Wilhelm I. eingeführten preuß. Heeresorganisation durfte jeder Chef einer Kompagnie oder Schwadron außer der Übungszeit eine Anzahl Soldaten beurlauben und den hierdurch ersparten Sold zur Anwerbung von Ausländern verwenden, etwaige Ersparnisse aber für sich behalten. Die Friedrich entstandenen Mißbräuche stellte König Friedri d. Gr. ab, indem er die Zahl der Beurlaubten bestimmte, den ersparten Sold der allgemeinen Werbekasse zuwies, jedoch jedem Kompagniechef einen bestimmten Teil davon überließ. Als diese Zulagen infolge der gesteigerten Lebensbedürfnisse nicht mehr genügten, wurden die Beurlaubungen jedoch stillschweigend weiter ausgedehnt; doch sollten die betreffenden Mannschaften stets in der Garnison anwesend sein. Diese Beurlaubten wurden F. genannt. Zuweilen lieferten dieselben auch einen Teil ihres Verdienstes an den betreffenden Chef ab, der außerdem ihre Löhnung einzog, dagegen den 7 die Montierung und den Servis vergüten mußte. ies Wirtschaftssystem schädigte die Ausbildung und Mannszucht der Truppen, verwandelte die Befehlshaber in eigennützige Pächter auf Kosten des Soldaten und wurde deshalb nach dem unglücklichen Kriege von 1806 und 1807 aufgehoben. reiwaldan, Stadt in Österreichisch-Schlesien, in freundlichem Thale des oberschles. Gesenkes, ehemals Schutzstadt des Fürstbischofs von Breslau, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, zählt mit ihren Vorstädten Dietrichstein, Dorf F. und Freiheit (1881) 5859 E. und hat ein altes Schloß, eine große Kirche, Leinen⸗ und Baumwollindustrie. Unweit F. liegt der Badeort Gräfenberg (s. d.).