Gartenbauvereine haben den Zweck, dem Fortschritt im Gartenbau Bahn zu bereiten. Insbesondere sind es auf Förderung desselben berechnete kostspielige und mit Risiko verknüpfte Unternehmungen, zu welchen die G., abgesehen von etwaiger staatlicher Unterstützung, die geistigen und materiellen Fonds liefern, zu Ausstellungen von Gartenprodukten aller Art, Kunstgebilden aus Blumen, Gartenrequisiten u. s. w., zur Förderung der periodischen Gartenbaupresse, zur Unterhaltung von Fortbildungsschulen für junge Gärtner, zur Unterhaltung von Versuchsgärten, zur Veranstaltung größerer Zusammenkünfte (Kongresse) von Fachmännern und Gartenfreunden behufs der Beratung und Durchführung gartenbaulicher Interessen u. s. w. Die Tendenz dieser Vereine ist entweder eine allgemeine, auf die Förderung aller Zweige des Gartenbaues gerichtete, oder sie faßt einzelne Zweige desselben, wie Obstbau, Pomologie, Weinbau, Gemüsebau, Handelsgärtnerei, Landesverschönerung, Akklimatisation, Lehrlings⸗ und Gehilfenwesen u. s. w. in das Auge. Manche kleinere Gartenbauvereine beschäftigen sich auch mit andern wirtschaftlichen Zweigen, wie Bienenzucht, Geflügelzucht u. a. Manche dieser Vereine stehen mit landwirtschaftlichen Vereinen als bloße Sektionen derselben in Verbindung, andere bearbeiten Gartenbau und Landwirtschaft als zwei untrennbare Zwillings-Dereine de wieder andere sammeln um sich kleinere zereine derselben Art als korporative Mitglieder. So besteht im Königreich Sachsen ein Landes-Obstbauverein mit dem Sitze in Dresden, mit einer großen Anzahl von Bezirks-Obstbauvereinen zu einem organischen Ganzen verbunden. Näheres darüber in dem von Th. Rümpler begründeten „Deutschen Gartenkalendere (Berl. 1874 fg.).