Gasparin (Agénor Etienne, Graf von), franz. Politiker und Schriftsteller, geb. 10. Juli 1810 zu Orange, war der Sohn des Grafen Adrien Etienne Pierre G. (geb. 29. Juni 1783), welcher unter der Regierung Ludwig Philipps Minister des Innern (1836), dann des Handels und Ackerbaus (1839) wurde und 7. Sept. 1862 starb. G. bekleidete bei seinem Vater das Amt eines Kabinettschefs, ward dann Referendar und Requétenmeister am Staatsrat, und trat 1842 in die Deputiertenkammer als Abgeordneter für den Bezirk Bastia im Depart. Corsica. Er gehörte zur konservativen artei, bekämpfte die bei Besetzung öffentlicher mter zu Tage tretende Korruption, verteidigte Fieit die Befreiung der Neger und die religiöse reiheit seiner Glaubensgenossen, der Protestanten. m J. 1846 nicht wiedergewählt, nahm er seitdem an der Politik einen geringen Teil. Im J. 1852 begab er sich nach Toscana, um die Freiheit des Ehepaars Madiai, welches zu den Galeeren verurteilt worden war, weil es sich zum Protestantismus rohal hatte, zu erlangen. Dieser Schritt blieb erfolglos; der König von Sardinien mischte sich aber in der Folge in die Angelegenheit und durch dessen Vermittelung wurden die Verurteilten befreit. G. starb zu Genf 4. Mai 1871. Von seinen 839,0 sind zu nennen: „De Pamortissementy (1834), Hsclavage et traites (1838), De Paffranchissement des esclaves et de ses rapports avec la politique actuellev (1839), Intérêts généraux du protéstantisme français v (1843), «Apréès la paix, considérations sur le libéralisme et la guerre d'Oriento (1856), La question de Neuchaàtelo (1857), Un grand peuple qui se relèven (1861), LAmérique devant I'Europer (1862). Seine Gattin Valerie Boissier, Gräfin von G., geb. 1813 zu Genf, hat sich durch mehrere Schriften, in denen sie sich als eifrige Verteidigerin des Protestantismus zeigt, sowie durch Reisewerke gleichfalls einen Namen gemacht.