Gasterenthal (das), ein Hochthal im Bezirk Frutigen des schweiz. Kantons Bern, 10 km lang, an der Sohle bis 1 kmebreit, erstreckt sich rechts von den Steilwänden der Doldenhörner (3647 m) und der Fisistöcke (2947 m), links vom Lötschengrat und dem Felsabsturz des Balmhorns (3712 m) und des Altels (3634 m) eingeschlossen, vom Kanderfirn bis zu der wildromantischen Gasteren-Klus, durch welche die Kander in die Thalstufe von Kandersteg (1169 m) heraustritt. Das Thal, eins der wildesten und einsamsten des Oberlandes, an der Sohle 13—1600 m über dem Meere gelegen, ist häufigen Verheerungen durch Lawinen und Wildwasser ausgesetzt und besitzt keine eigentlichen Winterdörfer, indem auch die Sennendörfchen Selden und Gasteren der Lawinengefahr wegen im Winter verlassen werden. Durch das Thal führt ein rauher Fußweg zum Lötschenpasse (2681 m), über den man in das Lötschenthal des Kantons Wallis gelangt, und bei Gasteren zweigt von demselben der Gletscherpaß über das Tschingeljoch (2824 m) und den Tschingeltritt ins Lauterbrunnenthal ab.