Geburtshilfe bei Tieren. Unter tierärztlicher G. versteht man im engern Sinne die Kunst zweckmäßiger Hilfleistung bei der abnormen Geburt der Haussäugetiere, im weitern Sinne noch die Kenntnis von den naturgemäßen Vorgängen während Schwangerschaft und Geburt und hierauf basierter Behandlung der trächtigen Tiere, die Hilfe bei regelrechten Geburten und die Kunst, durch richtige Anwendung mediz. Grundsätze Krankheiten von Muttertier und neugeborenem Jungen abzuhalten und zu entfernen. Die größten Regelwidrigkeiten bei der Geburt geben die abnormen Lagen des Jungen ab. Man verbessert sie durch Anschleifen von Extremitäten und Kopf mittels Osenstricke, Kopf⸗ und Schenkelgurten u. s. w., oder Geburtshalfter und dann folgenden Zug; durch ein Zurückschieben der Frucht mittels der Geburtskrücke, durch ein Anhaken der einzelnen Körperteile mittels des großen Geburtshakens oder kleinerer Haken und ein darauffolgendes Wenden und Drehen der Frucht u. s. w. Vgl. Zürn, „Handbuch der tierärztlichen G.» (2. Aufl., Lpz. 1863); Harms, «Lehrbuch der tierärztlichen G.“ (Hannov. 1867); Franck, «Handbuch der tierärztlichen G.y (Berl. 1876).