FeedGeburtszange
TechnikBrockhaus 1882

Geburtszange (unschädliche Kopfzange, forceps), geburtshilfliches zangenförmiges Instrument, womit bei Wehenschwäche oder andern Geburtshindernissen der Kopf des Kindes innerhalb der Geburtswege umfaßt und ohne Schaden für Mutter und Kind durch sanften Zug nach außen befördert wird. Die G. besteht aus zwei Blättern Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VII. oder Armen, die sich kreuzen und deren obere Hälften, wenn die Zange angelegt und geschlossen ist, den kindlichen Kopf von zwei Seiten wie ein paar dünne, eiserne Hände umgreifen; die Verbindung (das sog. Schloß) an der Kreuzungsstelle ist so eingerichtet, daß die Blätter leicht auseinander genommen und wieder ineinander gelegt werden können. An jedem Blatt unterscheidet man den obern Teil, den sog. Löffel, der an den Kindeskopf zu liegen kommt, und den untern Teil, den Griff, der zur bessern Handhabung gewöhnlich mit einem dicken Holzbelage versehen ist. Die Löffel müssen, um den Seitenflächen des Kopfes gut anzuliegen, der Konvexität dieser Flächen entsprechend gebogen sein (sog. Kopfkrümmung der G.); eine zweite Krümmung, die sog. Beckenkrümmung, wird durch die Biegung der Löffel nach der Kante gehildet. Die Wirkung der G., welche zu den Dort, iuscsern Erfindungen H. Geburtshilfe) gehrt, insofern durch sie zahlreiche Kinder lebend und gesund zu Tage befördert werden, die vordem infolge übermäßig langer Geburtsdauer tot und abgestorben zur Welt kamen, ist hauptsächlich eine mechanische, indem sie bei vorhandener Wehenschwäche durch Zug nach unten ersetzt, was die Wehenthätigkeit zu wenig leistete; freilich wirkt sie nur segensreich in der Hand des umsichtigen, erfahrenen und vorsichtigen Geburtshelfers.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 625Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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