Frieb-Blumauer (Johanna Minona), geschätzte Schauspielerin, geb. 11. Mai 1816 zu Stuttgart, betrat schon als Schulmädchen in Neustrelitz im «Freischützo die Bühne, machte dann auch einen theatralischen Versuch (als zweiter Knabe in der (Zauberflötes) in Gotha und debütierte endlich nach dreijährigen Studien auf dem prager Konservatorium bei Dionys Weber als jugendliche Sängerin am Hoftheater zu Darmstadt. Ihr nächstes Engagement führte sie nach Köln, das folgende nach Düsseldorf, wo sie unter Immermann zum Schauspiel überging, trotzdem aber in der Folge in Meiningen doch auch noch als Sängerin wirkte. Von Meiningen ging sie nach Brünn, und da sie sich hier 1839 mit dem Ingenieur Frieb vermählte, schien sie der Bühne verloren. Allein schon im J. 1842 wurde sie durch Saphirs Empfehlung Mitglied des Carl-Theaters in Wien, an dem sie, durch ein Gastspiel Beckmanns veranlaßt, zum Charakterfach überging. Die große Befähigung, die sie für das jetzt betretene Gebiet zeigte, verschaffte ihr einen Ruf ans Burgtheater, doch leistete sie ihm nicht Folge und ging 1853 auf Dörings Empfehlung als Mitglied des Hoftheaters nach Berlin. Hier wirlt sie noch, gefeiert als die ausgezeichnetste Darstellerin des bürgerlichen Dramas. Zu ihren besten Rollen in diesem gehören Oberförsterin (Jäger o), Herzogin (Geheimer Agento), Seefeld (Störenfriedo), Christiane (Dienstboteno) u. s. w.; sowie zu denen im histor. Trauerspiel besonders ihre Herzogin von u. s. w. — Ihre Tochter Lina, geb. 26. Nov. 1845 5. Maaht gestorben als Gattin des Kapellmeisters „Mühldorfer 17. Aug. 1876 zu Leipzig, gehörte von 1864 bis 1869 verschiedenen Bühnen als gern gesehene Soubrette an.