FeedGelbe Rüben
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Gelbe Rüben, s. unter Möhre. Gelbfärben. Zur Erzeugung von gelben Farben auf Gespinstfasern verfügt man über eine Reihe von verschiedenen Farbstoffen (s. Gelb), die teils bie sich, teils mit andern kombiniert werden, um ie verschiedensten Nuancierungen hervorzubringen. Von diesen sind die wichtigsten: 1) Chromgelb, nur verwendbar für Baumwolle. Die gut gereinigten Stoffe, Gewebe oder Garne werden feucht in ein Bad von 1 kg Bleidem für je 5 kg Material, gebracht und, nachem sie mit der Lösung gut durchtränkt sind, abge⁷ und ausgerungen, dann in ein ebenso starkes ad von rotem chromsauren Kali genommen. Hier erscheint sofort die gelbe Farbe. Je nach der beabsichtigten Intensität geht man mit dem Stoff in das erste Bad zurück, läßt wieder ein Chrombad folgen und Eiufubri dies zwei⸗ oder dreimal. Zwischen der Einführung in ein neues Bad werden die Stoffe möglichst stark ausgedrückt, um möglichst nur in den Zellen der Baumwolle eingeschlos-Anhaftende verloren ist. Nach dem letzten Bade wird gespült. Für Orange verwendet man statt des Bleizuckers basisch essigfaures Blei und stellt das Bleibad, für 5 kg Baumwolle, durch Kochen von 50 1 Wasser mit 1,5 Kkg Bleizucker und 1 Kg Bleiglätte her, läßt die Stoffe in dem kalt gewordenen Bade drei Stunden verweilen, passiert sie durch Kalkmilch und färbt im Chrombade aus. Beim Baumwolldruck wird fertiges Chromgelb oder Chromorange mit Eiweiß aufgedruckt und durch Dämpfen fixiert. 2) Rostgelb, Nanking, Eisenchamois, für Baumwolle. Die Stoffe werden abwechselnd durch Bäder von Eisenvitriol und Soda genommen, dann gespült und der Luft ausgesetzt, wobei die anfangs grünliche Farbe durch Orydation in gelbes Eisenoxydhydrat übergeht. 3) Quercitron-oder Flavingelb, vorzugsweise für Wolle. Die Farbstoffe des Quercitron, welche in etwa 16facher Konzentration im Flavin enthalten sind, geben mit Thonerde und mit Zinnoxyd lebhaft gelb gefärbte Verbindungen, die sich gut auf Wolle fixieren lassen. Am einfachsten und nicht kostspielig stellt sich das Färben mit Flavin. n einer hölzernen Kufe, in welche ein zinnernes ampfrohr mündet, löst man bund 5 kg Wolle) 250 g Oxalsäure, 140 g Zinnsalz und 80 g Flavin erhitzt zum Kochen, bringt die Temperatur dur Zusatz von kaltem Wasser auf 60 C. herab, führt die angefeuchtete Wolle ein, erwärmt langsam wieder zum Sieden und färbt auf kochendem Bade aus. Je nach der Menge des angewandten Flavins fällt die Färbung heller oder dunkler aus; durch Zusatz von Cochenille läßt sie sich ins Rote abtönen. 4) Naphthalin⸗ und Anilingelb, Martiusgelb, Pikrinsäure. Die verschiedenen hierher gehörenden Aeruendn finden namentlich in der Seidenfärberei Verwendung. Die Ausführung der Operation ist höchst einfach. Man bereitet ein Bad, erwärmt es auf 40 C. und nimmt die Seide so lange darin herum, bis die erforderliche 1 erreicht ist; tritt dieselbe nicht nach kürzester Frist ein, so ist das Bad durch einen Zusatz von etwas Farbstoff zu verstärken. Durch Beimischungen von Fuchsin werden rötliche Farbentöne erzielt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 700Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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