Gelenkmäuse (Mures articulorum), Gelenkkonkremente oder Gelenkkörper, Bezeichnung für rundliche oder längliche, knorpelartige oder selbst knochenharte Gebilde von der Größe eines Reiskorns bis zu der einer Mandel, welche unter pathol. Verhältnissen innerhalb der Höhle der größern Gelenke entstehen und heftige Beschwerden zur Folge haben können. Man findet sie entweder frei und ohne jedwede feste Verbindung mit der Gelenkschleimhaut, sodaß sie sich in der ganzen ee Geler in⸗ und herbewegen können ssog. freie Gelenkkörper), oder durch einen dickern oder dünnern Stiel an die Gelenkwand befestigt (sog. gestielte Gelenkkörper). Am häufigsten kommen sie im Kniegelenk, nächstdem im Schulter⸗ und Ellbogengelenk vor, bald vereinzelt, bald in größerer Anzahl. Die G. entstehen auf verschiedene Weise, entweder durch faserstoffige Niederschläge aus der Synovia oder Gelenkschmiere, oder durch krankhafte Wucherung der sog. Gelenkzotten, mit welchen die Gelenkschleimhaut an einzelnen Stellen besetzt ist (. Gelenh), oder endlich durch traumatische Schädlichkeiten, indem durch einen Schlag oder Stoß auf die Gelenkgegend ein Stück der überknorpelten Gelenkfläche abgetrennt wird und nun als freibeweglicher Körper in der Gelenkhöhle liegt. Die Beschwerden, welche Gelenkkörper verursachen, sind sehr verschieden. Anlenheit solange sie noch klein sind, wird ihre Anweenheit gewöhnlich gar nicht bemerkt, erst wenn sie größer werden und bei ihren Bewegungen zufällig zwischen die Gelenkflächen der Knochen geraten, verursachen sie heftige Schmerzen, ja mitunter sinkt der Kranke mit einem Schrei durch den Schmerz betäubt ohnmächtig zusammen und kann sich nicht eher wieder rühren, als bis der Gelenkkörper wieder zwischen den Gelenkflächen hervorgleitet. Häufig haben G. auch chronische Entzündung der Gelenkschleimhaut mit wässerigem Erguß in die Gelenkhöhle zur Folge. Sind die Beschwerden des Kranken sehr hochgradig, so muß man sich zur operativen Entfernung der G. vermittelst eines Eindreselbe in die Gelenkkapsel entschließen, doch darf ieselbe nur unter bm antiseptischen Vorsichtsmaßregeln ausgeführt werden, da ohne dieselben der Zutritt der iAcben der Luft in die Gelenkhöhle schwere, selbst lebensgefährliche Gelenkentzündungen hervorzurufen vermag. Bei der Anwendung antiseptischer Verbandmethoden hingegen verläuft die Operation in der Regel vollkommen gefahrlos.