FeedGemmel (Herm.)
BaukunstBrockhaus 1882

Gemmel (Herm.), Architekturmaler, geb. 1814 zu Barten in Ostpreußen, erhielt seine Schulbildune zu Königsberg i. Pr. und besuchte dann, nachden er das Feldmessen erlernt hatte, die königl Bau akademie zu Berlin, bildete sich aber zugleich in de Malerei in dem Atelier des Professors Herbig Nach neunjährigem Aufenthalt in Berlin siedelt G. zugleich mit Rosenfelder nach Königsberg i. Pr. über, wo der letztere 1845 eine Kunstakademie, deren Direktor Rosenfelder selbst wurde, begründete. An derselben erhielt auch G. eine Stellung als Professor für die Lehrfächer der Perspektive, der Architektur und der Kunstgeschichte. An dieser Lehranstalt entwickelte er eine fast ununterbrochene Thätigkeit, welche er nur durch zwei in den J. 1850 und 1855 nach Italien unternommene Studienreisen unterbrach. Er starb 22. März 1868 zu Königsberg. G.s meist in größerm Format ausgeführte Architekturbilder, deren Motive er teils Italien, teils Deutschland, teils seiner engern Heimat Ostpreußen entnahm, haben sowohl ene wurde als archäologischen Wert. Insbesondere wurde man durch seine Arbeiten erst auf die Kunstbedeutung der mittelalterlichen Baudenkmale Ostpreußens aufmerksam. Außer Veduten wirklich vorhandener Bauwerke hat G. auch Architekturbilder vielfach komponiert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 741Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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