FeedGeorgenthal
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Georgenthal, Dorf im Landratsamt Ohrdruf des Herzogtums Sachsen-Gotha, an der Apfelstedt und der Linie Gotha-Ohrdruf der Preußischen Staatsbahn, in gesunder und angenehmer Gegend, daher als klimatischer Kurort besucht, ist Sitz einer herzogl. Forstmeisterei, hat ein altes Schloß und tuinen einer Cistercienserabtei und zählt (1880) 847 E. Vgl. «G., klimatischer Kurort im Thüringerwaldo (Ohrdruf 1876). ½½½ (Karl Ernst), verdienter Lexikograph, geb. 26. Dez. 1806 zu Gotha, erhielt seine wissenschaftliche Vorbildung erst auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, dann unter der Leitung des Lexikographen Kraft zu Nordhausen. Ostern 1826 bezog G. die Universität Göttingen, wo er sich unter O. Müller und Dissen philos. Studien widmete, die er seit 1828 in Leipzig vollendete. Schon als Schüler hatte sich G. mit Vorliebe der lat. Lexikographie zugewendet. Bereits seit 1828 begann er, auf Grotefends Empfehlung, im Auftrage der Hahnschen Buchhandlung in Gemeinschaft mit Lünemann die Ausarbeitung der 7. Aufl. des Schellerschen Lat.⸗deutschen Handwörterbuchso, die er dann nach dessen Tode seit 1830 allein fortsetzte. Ebenso besorgte er unter wesentlichen Verbesserungen auch die 8. (2 Bde., Lpz. 1837 —38) und 9. Aufl. (2 Bde., Lpz. 1843 —44), bis er endlich in der 10. (2 Bde., Lpz. 1848) das Scheller-Lünemannsche Handwörterbuch durch ein völlig neu gearbeitetes und unter seinem eigenen Namen erschienenes Werk ersetzte. Letzteres erlebte 1879 die 14. Aufl. Ein Auszug aus demselben, bearbeitet von Prof. Dr. Engelbrecht, erschien 1874 in Groningen. Inzwischen hatte G. 1830—34 ganz selbstständig ein «Deutsch-lat. Handwörterbuch v ausgearbeitet, das ebenfalls großen Beifall fand, 1882 in 7. Aufl. erschien und von Riddle und Arnold (1847) englisch bearbeitet wurde. Im J. 1864 und 1865 bearbeitete G. ein kleines«Lat.-⸗deutsches und deutschlat. Handwörterbucho (4. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1880 —82) und 1876 ein «Lat.⸗deutsches Schulwörterbuch' (2. Aufl., Lpz. 1880). Auch lieferte G. eine gänzliche Umgestaltung von Schellers «Kleinem lat. Wörterbuch in etymolog. Ordnungo (Lpz. 1847). Unterdessen war er 1839 als Hilfslehrer am Realgymnasium zu Gotha angestellt worden, an welchem er 1846 zum Oberlehrer aufrückte. Ostern 1856 zur Disposition gestellt, erhielt er 1863 den Titel Professor. Von G.' übrigen Schriften sind außer der Schulschrift Zur Lehre vom Übersetzen aus dem Lateinischend (Gotha 1852) und einer Denkschrift auf F. Wüstemann (Gotha 1857) zu nennen die GEnomologia (Lpz. 1863) und der «Thesaurus der klassischen Latinitäte (Bd. 1 in 3 Abteil., Lpz.1854-62; Bd. 2, Abteil. 1, 1864). Von letzterm Werke besorgte G. selbst nur die erste Abteilung des ersten Bandes. Außerdem lieferte G. eine große Reihe von Recensionen und kritischen Miszellen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 809Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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