FeedGeppert (Karl Eduard)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Geppert (Karl Eduard), Philolog und Kritiker, geb. 29. Mai 1811 zu Stettin, wo sein Vater Justizrat war, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und widmete sich 1829—31 zu Breslau, Leipzig und Berlin philos. und philol. Studien. Durch seine Dissertation „De versu Glyconeo (Berl. 1833), in welcher er die Hermannsche Theorie über diesen Vers zu widerlegen suchte, wurde die Schrift KUber das Verhältnis der Hermannschen Theorie der Metrik zur Überlieferunge (Berl. 1835) veranlaßt, welcher dieDarstellung der grammatischen Kategorieno (Berl. 1836) folgte. Nachdem er sich 1836 an der Universität Berlin habilitiert, veröffentlichte er eine größere kritische Arbeit, kber den Ursprung der Homerischen Gesänger (2 Bde., Lpz. 1840). In Bezug auf die zu jener Zeit beliebten Aufführungen antiker Stücke veröffentlichte er außer einigen kleinern Schriften über das altgriech. Theater ein umfassenderes Werk: «Die altgriech. Bühnen (Lpz. 1843). Zugleich unternahm G. mit einer Anzahl Studierender seit 1844 die Ghei Behun⸗ von Stücken des Plautus in der Ursprache. Behufs dieser Darstellungen gab G. von Plautinischen Stücken den „Curculiop (Berl. 1845), die Menaechmiv (Berl. 1845), den Rudens „(Berl. 1846) und den Trinummuss (Berl. 1844; 2. Aufl. 1854) lateinisch und deutsch, vom «Trinummus (Berl. 1844) auch eine deutsche Wbnn allein heraus. In den J. 1845 und 1846 unternahm er Reisen nach Italien, namentlich um den berühmten Palimpsest des Plautus in Mailand kennen zu lernen. Seine Ansichten über die kritische Bedeutung des letztern legte er in der Abhandlung «über den Codex Ambrosianus nieder, die er zur Verteidigung gegen die Angriffe Ritschls schrieb. Zugleich begann G. eine sorgfältige Vergleichung der zahlreichen Handschriften des Terenz in Rom, Berlin und Paris und veröffentlichte die Ergebnisse dieser Studien teilweise in einigen Abhandlungen, die 1852 und 1853 in dem „Archiv für Philologie und Pädagogiko erschienen. Hiermit in Verbindung stand auch seine Schrift «aliber die Aussprache des Lateinischen im ältern röm. Drama » (Lpz. 1858). Nach längerer Unterbrechung nahm G. 1859 wieder die Aufführungen plautinischer Stücke auf. Daneben erschien seitdem eine lat.⸗deutsche Ausgabe der «Captiviy (Berl. 1859) mit einer neuen Recension des Textes, welcher sich, als die ersten beiden Teile einer neuen kritischen Recension des ganzen Plautus, der Truculentusv Epz. 1863), der Poenuluso (Berl. 1864), der Epidicuso (Berl. 1865) und «Casinay (Berl. 1866) anschlossen. In der Folge gab er «Plautinische Studien (2 Hefte, Berl. 1870 und 1871) heraus, von denen das letztere sich allein mit dem Codex Ambrosianus beschäftigt. Aus G.s Studien über die preuß. Geschichte ging die «Chronik von Berlin » 3 Bde., Berl. 1837—42) hervor. Sein Aufenthalt in Spanien im Winter 1871—72 veranlaßte ihn, interessante „Reiseeindrücke aus Spanien (Berl. 1873) zu veröffentlichen. Er starb 3. Sept. 1881 in Berlin. [Münzwesen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 818Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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