FeedGriepenkerl (Rob.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Griepenkerl (Rob.), deutscher Dichter und ästhetischer Schriftsteller, geb. 4. Mai 1810 in Hofwyl in der Schweiz, wo sein Vater Friedrich Karl G. (geb. 10. Dez. 1782 zu Peine, gest. 6. April 1849 als Professor am Carolinum zu Braunschweig), bekannt durch ein Lehrbuch der Asthetiko (2 Bde., Braunschw. 1827) und ein Lehrbuch der Logiko (2. Aufl., Helmst. 1831), damals Lehrer war. Nach Beendigung seiner Studien lebte G. mit litterarischen Arbeiten beschäftigt zu Braun-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VIII. Jschweig, wo er 1839 Lehrer der Litteratur und sthetik am Carolinum, später der deutschen „Sprache und Litteratur an der Kadettenanstalt „wurde. G. starb daselbst 16. Okt. 1868. Als Schriftsteller trat er zuerst mit „Bilder griech. Vorezeito (Berl. 1833) auf, denen ein Gedicht «Die „sirtinische Madonnay (Braunschw. 1834), sowie Übertragungen des KKönig Sdipus » (Berl. 1833) und der «Antigonev (Braunschw. 1842) folgten. „Sein litterarhistor.⸗kritisches Werk „Der Kunst⸗ „genius der deutschen Litteratur im letzten Jahr⸗ „hunderte (Lpz. 1846) zeichnet sich durch Ideenreichtum aus. Das meiste Aufsehen unter G.s Wereken machten jedoch die beiden Trauerspiele KMaxitmilian Robespierres (1. u. 2. Aufl., Brem. 1851) und «Die Girondisteno» (Brem. 1852), die sich durch großartige Auffassung des Stoffs, Form⸗ „gewandtheit und kraftvolle Sprache auszeichnen. Von seinen spätern dramatischen Arbeiten sind noch die Schauspiele Ideal und Welto (Weim. 1855) und «Auf der 74 Rasto (Freiberg 1860), endlich das Drama Auf St.⸗Helenad (Hamb. 1862) hervorzuheben. Vgl. Sievers, «Robert G. Biograkritische Skizzeno (Wolfenb. 1879). [Gries, Paß, s. Griespaß. Gries, Dorf in Südtirol, westlich bei Bozen, von dem es nur durch die Talfer getrennt wird, 262 müber der Meeresfläche, hat ein Benediktinerkloster, zwei Kirchen, von denen die got. Pfarrkirche einen Altarschrein von Michael Pacher und die Khit f188 Gemälde von Martin Knoller besitzt, und zählt (1880) 2728 E. Der Ort ist in neuerer Zeit als klimatischer Kurort allgemein anerkannt und sehr besucht, wozu er sich durch seine sehr geschützte Lage am Fuße des Guntschnabergs, durch milde Luft und mäßige Winterkälte, sowie große Beständigkeit des Barometerstandes, Windstille, Klarheit des Himmels mit nur seltenen Niederschlägen vorzüglich eignet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 417Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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