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ErdkundeBrockhaus 1882

Gerardmer, Stadt im franz. Depart. der Vogesen, Arrondissement St.⸗Dié, an der Jamagne und an dem großen See G. (s. unten), 29 km im SSW. von St.⸗Dié und an der Vogesenbahn, mit (1876) 2331 (als Gemeinde 6543) C., liegt 666 m über dem Meere in einem der malerischsten Vogesenthäler, von herrlichen Tannenwäldern umgeben; unter den nahen Kaskaden ist die des Cuves der Vologne die berühmteste; unter den Gebirgsseen der 6 ha große Retournemer in 778 m Höhe an der obern Vologne und am Fuße des 1366 m hohen Hoheneck; der ebenfalls von der Vologne durchflossene, 75 ha große Longemer in 736 mHöhe, mit 50 m Tiefe; namentlich aber der schönere, die in die Vologne gehende Jamagne speisende Gerardmer, in 631m Höhe, von 3 km Länge, 1,5 Km Breite und 35 m Tiefe. Hauptindustrie ist das Spinnen und Weben von Flachs und Hanf; kein Haus ist ohne Webstuhl, und in dem nahen Kichombré befindet sich eine Maschinenweberei. Wichtig ist auch die Fabrikation der Geromes genannten äse. G. wurde durch den ersten Herzog von Lothringen, Gerhard von Elsaß, gegründet. Vgl. Jacquel, «Essai d'un Itinéraire historique et descriptive du canton de G.„ (Mirecourt 1865); Thiriat, „Les montagnes des Vosges; G. et ses environso (Par. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 823Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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